Fernsehen 2018

RomCom

 

 

Was ist das überhaupt? Irgendein Leckerli mit Süßholzraspeln? … oder ein neuer Cocktail – aber dann würde es RumCom heißen. Vielleicht ein neuer Musikstil, denke ich, oder eine gewagte Sexpraktik. Aber das würde dann BumsCom heißen. Oder so. Nun ja, man ist nie zu alt für neue Hypes nicht wahr. Drum befrage ich mal den lieben Gott. Vielleicht ist es ja auch eine neue App.

 

Das erste was bei Doktor Google dann erscheint, ist ein Rap-Song namens RomCom, der von einem gelangweilten Paar runtergeleiert wird. Die haben Pokerfaces, als würden sie schon ihr Leben lang Antidepressiva schlucken. Zu meiner Zeit war man noch genussvoll stoned und geistig halb schon im Nirwana. Von dort wurde aufs Establishment geschissen.

 

Also das rappende Paar mit den öden Blicken hat nen stressigen Arbeitstag gehabt, will abends was kochen, das Salz fehlt und zum Trost für all den Frust, schauen sie sich eine RomCom an. Na die haben Sorgen.

 

 Ich will wissen, was eine RomCom ist. Auf Youtube gebe ich das in die Suchmaschine und finde einen Spielfilm in voller Länge auf Deutsch aber ohne Titel. Illegal… hmmmm…. scheißegal. Der Film ist spritzig, lustig, originelle Dialoge aber irgendwie auch schematisch und vorhersehbar. Es geht um ein Paar, das seine Beziehungsprobleme rappt. Oh nee, hatten wir das nicht schon? Mit quietschenden Gitarren schreien sie sich gegenseitig an. „Spül doch du mal das Geschirr“ „Du mit deinem Ordnungszwang“ Danach sind sie happy. Irgendwie hab ich hier nicht zum ersten Mal das Gefühl bei diesem kulturellen Angebot nie aus der eindimensionalen Enge des Alltagsbewusstseins herauszukommen. Das also ist eine RomCom. Stimuliert ein bisschen die Liebeshormone. Ein schnell verzehrtes Spar Menü zwischen Arbeitsplatz und Elternabend. Klar, mehr hat das Leben auch nicht zu bieten. Offensichtlich. Diesen Leuten da. Die RomComs gucken und sich ärgern, weil kein Salz im Haus ist. Sollten vielleicht mal ne Runde weinen, denke ich. Dann hamse ihr Salz. RomCom.

 

 

 

Früher waren Filme noch was Besonderes und atmeten den Flair der weiten Welt. Kantige Persönlichkeiten schufen bildgewaltige Epen, oft mit dem eigenen Blut geschrieben. Man mochte sie oder man hasste sie. Die Diskussionen über das Nie Dagewesene waren intelligent und heftig. Man erfand ein neues Genre und fieberte auf den nächsten Film hin. Heute hocken ehrgeizige Kreative aus der Werbebranche vor dem Storyboard und ziehen ihren Plot aus der Schublade mit der Aufschrift: „fünfter Aufwasch von … you name it“. Dann schwätzt ihm der Sponsor noch rein, ein Großkonzern, der den Film finanziert und im Hintergrund streiten sie sich, ob das Endprodukt jetzt in die Kinos kommt oder nur noch auf Netflix gezeigt wird, trotz Kinoformat. RomCom hin – RomCom her. Das ist weder romantisch noch komisch, das ist einfach nur … oh neee... Hauptsache das Ding geht gut aus und die beiden berufstätigen Konsumenten können danach gut schlafen, denn morgen ist wieder ein stressiger Tag. Und was gibt es Schöneres, als mit der letzten Kameraeinstellung einzuschlafen, wo Boy und Girl einander gierig küssen und die künftige Schwiegermutter im Hintergrund ein Tränchen aus den Augenwinkeln wischt. Da ist es dann egal, welche/r Fremde  grad neben dir liegt.

 

Ich wünsch euch weiterhin viel Spaß, ob mit oder ohne Salz, mit euren Romantischen Komödien.

 

Voll die bissige Society Satire

Von kleinen und grossen Ludern

Das grosse Luder ist zweifelsohne das Leben selber , auch die Beschreibung dessen ist ganz klar als gelungen zu bezeichnen. Und die kam als letzter Bodensee-Tatort mit der Matthes daher. Und als Verbündete assestierten ihr ,die Schygulla,die Hermann , auch die Carstensen,allesamt die grossen Fassbinder - Miminnen. Herrlich ergänzt wurden sie von Bezzel, der Jäger und dem Habicht und der üblichen Bodenseeleichen. Die letzte Folge war ein Highlight der gesamten Tatort -Reihe.

Überhaupt wird das Fernsehprogramm ein wenig besser , was die Erstaustrahlungen und Spielfilme angeht. Die Fernsehshows  der Cantz, des Kerners und noch so ein paar Luschen in der Preisklasse bleiben weiterhin unter aller Sau. Die Van der Bellen Wahl  entzückte mich, der Parteitag der CDU geriet zum gesellschaftlichen Desaster, was aber nicht an der Kanzlerin lag

Kleine Lichtblicke

Nach dem ich schon das Ende des Fernsehens kommen sah , erfeuten mich ein paar Kleinigkeiten im November. Die Comingout-Thriller-Norweger-Gemetzel Serie Eyewitness 6 Wochen lang war amüsant und nett zugleich . Und einer der besten Coming-Out-Darstellungen der letzten Zeit. Auch Schnell ermittelt konnte wieder gefallen. Nicht aber die Tatorte nicht. Wohl aber die beiden Kluftinger. Und die waren wirklich gross. Ähnlich wie ein paar französische Thriller  in 3 Sat. Ansonsten hoffen wir mal auf das Weihnachtsprogramm. Ach ja , auch Beck überzeugte. Wollen wir hoffen das morgen in Österreich anständig gewählt wurde. Die Wahl von Trump geriet ja zum Fiasko der Demokratie. Hoffentlich muss ich mir sowas nächstes Jahr bei uns nicht angucken

Jetzt reichts Anf. Nov.

Zuerst nervte hierinnen  ein Terrorschlag , so das einige Inhalte verschwunden sind, dann , wussten wir uns nicht mehr zu helfen  mit der Ansammlungen des jetzt Gang und Gebe mässigen Fernsehprogrammen  mit zahlreichen Themenabenden in der ARD beispielsweise in der sehr dreist das Bevormundungsfernsehen eingezogen ist. Diese bewusste Mischung aus Krimi und Talkshow und erhobenem Zeigefinger liess uns in der Kritiknahme zu Salzsäulen erstarren. Der Gipfel mündete dann aan diesem Sonntag als Anne Will hilflos einer Mega.Burka-Trulla gegenüber sass. Aber auch im ZDF wurde reihenweise Dummenfernsehen durchgezogen , mit zu vielen Quizsendungen und auch da komischen Krimis mit immer wieder denselben Schauspielern in ständig wechselnden Rollen , aber eben immer :---Dieselben. Ich wollte heute das losgeworden sein: Denn heute ist die Nacht der Nächte. Und in der werden wohl alle Regeln der Dummheit gebrochen , fürchte ich mal: Die US-Wahl mit Herrn Pest und Frau Cholera. Die Frage stellt sich danach um so mehr: Wozu denn noch fernsehen, wenn es kein menschengerechtes Fernsehen mehr gibt ?


Highlights  3./4. August

Ich erinnere mich noch an Restolympia mit dem schönen Fussballendspiel, welches irgendwie sehr nostalgisch, ehrlich war, so wie früher. Dann in dieser Woche wieder das übliche Bayern Gekicke und die vielen arg konstruierten Fernsehkrimis. Zorn war so konstruiert, das man zornig werden konnte, Nachrichtensendungen  gleichen ja auch nur noch der Verbotenen Lieben-Serien , die jetzt anders heissen, ähnlich wie die Dalli Dallis oder so dieser Welt , nur damit ich den Jauch nicht nennen muss. Und Donnerstalk brachte mich zum Kotzen, ob der Türkin , die uns erzählen wollte , das wir so was wie die türkische Stasi hier im Westen nicht kennen würden, wo die Ossis die Stasi doch erfunden hatten. Die Burkini Sache  aus Nizza (vor 4 Wochen gabs noch Terror) überschattete bei uns das Erdbeben aus Italien. Erbärmlich die deutschen Medien. Da sehe ich mir liebe die Supertrashserie Dicte an , die alles in Schatten stellt, was es an Drehbuch jemals gegeben hat , was skandinavische  Krimis  betrifft: Also Dicto findet endlich ihren Sohn, der sie kontaktet, weil er ne Niere braucht , aber  im Knast wegen Mord sitzt. In seiner Zelle sitzt genau der Typ, der aber Dictes  nächsten Fall betrifft. usw. Zwischendurch vögelt alles miteinander (30%  der Filmnettozeit), so das keiner mehr weiss, worum es geht und ich auch nicht. Dann heulen alle am Schluss  , wohl ob der Handlung und dann wird wieder weitergevögelt, Dänemark  halt. Es ging um Hornhauthandel, nicht um Vorhauthandel, wie man hätte auch meinen können.

Highlights 2. August

Natürlich wieder Schnell ermittelt, schon ein österreichisches Serienhighlight. Die Olympiade wärmt mich nicht, obwohl es einen Fisch gab , der schneller war als die Ruderer. Und dann der britische Überraschungsthriller  Spurlos  oder die Entführung der Mrss. Creed. Ich hörte, dies soll ein hollandisches Cover sein, aber die englische Fassung war schon sehr gelungen. Enttäuschend aner dann am Sonntag der Barnaby. Ich sage sogar, es war mit Abstand die schlechteste Folge. Naja, sehen wir mal drüber hinweg.

Fernsehwoche  1/August

Freitagabend ist ja die Woche vorbei, laut den Fernsehzeitschriften. Und ich habe mehr gesehen , als mir lieb war . Wie sooft zuletzt: Zu viele Tote aus dem richtigen Leben. Und dann auch noch die vielen anderen Toten , aus guter Möhring/Schaller/Tatort Wiederholung, excellentem Neu Barnaby und meinen Liebling-Österreichern aus Schnell ermittelt und das gleich 8 mal 45 Minuten. Da bleibe ich gerne sitzen. Wer tot ist, rennt nicht weg. Und das  Essen ,welches ich währenddessen verspeise,n schmeckt mit Leichen eh besser.  Dazu gesellten sich noch die Anfänge  der Pillenolympiade  in Rio. Auch da quillt einem das Verbrechen überall auch noch mit ins Gesicht. Mord, Totschlag, Unterdrückung Naturzerstörung, Sklaverei, dazu noch die blutrünstigen  Nachrichten. Da braucht  es keine  beissende Satire mehr. Die langweilt nur noch . Es ist alles bitter genug. Dazu nehme ich noch passend meine Pillen und das Insulin dazu und fertige waren die jeweils gelungenen bunten Abende  vor dem überdimensionalen Fernseher. Wer will da noch ins Kino? Ich nicht!! Ich fühlte mich bestens unterhalten

Neudefinierung unserer Fernsehabteilung

Wir zeigen hier alte Lieblingsfilme der Redaktion, die alle im Fernsehen liefen , auch Episoden aus Reihen und Serien. Besprechungen aus aktuellen Programmen gibt es auch. Aber auch das ganze Drumherumpaket, das heisst auch mit Kritiken der Kritiker, die in der letzten Zeit oft Inhalte steuern wollen mit ihren unsäglichen Kritiken, Manipulationen etc. Eigentlich wollten wir das Fernsehzimmer schliessen. Aber ich finde diese Gesamtmanipulation auf allen Gesellschaftsebenen muss unbedingt ausgeleuchtet werden. Ab morgen geht es dann los

Kommissar Rex, Folge 2, gut und sehr kultig

Agathe Christie Poiret mit David Suchet

Nonnen auf der Flucht

Tatort Saarbrücken, April 2013

Alles schreit scheise, ganz besonders die Münsteraner Tatort Spiesser Fans , die schon immer wissen, wie Tatort  zu gehen ,hat, in Wirklichkeit , wenn Menschen tatsächlich Opfer von Verbrecher werden , sicherlich wegsehen. Tatort soll heiter sein, lustig, fröhlich. Nun komt der Saarbrücker Tatort und läuft zum zweiten Male. Und er verhohnepiepelt den lustigen Tatort und führt ihn ins Absurdum. Und Striesow ist Prahl und Liefers in einem, begleitet von einem Ensemble, das scheinbar grottenschlecht unter jeglichem Niveau spilt. Salonen ist der Regisseur und der weiß, weiß Gott immer wie man etwas richtig macht, in diesem Fall richtig schlecht. So schlecht das es mir  gefällt und mich an Kottan erinnert nur anders. Er schafft ein neues Tatort Format, den Kinder-Tatort mit bösen Themen ultra verharmlost. Im Prinzip machen die Münsteraner nichts anderes, sondern halt in seriös ernst lustig und viel gewollter. Das aber will der Saarbrücker Tatort schon gar nicht. Und so fährt Striesow ungefähr gefühlte 675 Mal mit seinem Motorroller rauf und runter und letztlich an allen Tatorts vorbei in eine ganz andere, vielleicht finnische Version, dessen. Bravo. Endlich mal feiger Arschloch-Krimi.