Walter Baco zu Gast im Harakiri

ENDLICH! Erfolg für die US Waffen-Lobby:

ENDLICH! Erfolg für die US Waffen-Lobby:

Kinder (ab 6) dürfen Pumpguns kaufen

(Eigenbericht)



Die Rüstungskonzerne erwarten sich durch diese populäre Maßnahme erhöhte Gewinne. Bedenken, nun auch an Minderjährige und Schüler Schusswaffen zu verkaufen, haben sie nicht. „Jeder Bürger hat das Recht, sich schützen zu dürfen“, lautet ihre leicht nachvollziehbare Argumentation. „Und gerade Kinder sind sehr oft durch häusliche Gewalt bedroht oder werden von den Eltern und Lehrern misshandelt.“ Dass die Kinder die Gefahren dabei nicht richtig einschätzen könnten oder mit den tödlichen Waffen nicht richtig umgehen würden, befürchten die Industrievertreter nicht. „Wer ein Handy bedienen kann, kann auch eine Pistole bedienen. Es ist ein Gegenstand des täglichen Lebens, den man immer mit sich führen sollte.“ Ob die Kinder die Waffen auch in die Schule mitnehmen sollten? „Freilich, sie sollen stolz darauf sein und sie den anderen Kindern vorführen. Das bringt sicher Spaß in den grauen Alltag am College.“



Um weitere Zweifel an ihrer umstrittenen Maßnahme zu zerstreuen, erwägen die Lobbyisten nun als nächsten Schritt, den richtigen Gebrauch der Waffen – nach Gattungen getrennt – fest im Unterricht zu verankern und fordern eine allgemeine Aufnahme in den Lehrplan. Da könnten die Heranwachsenden das fachgerechte Laden, Entsichern und Reinigen der Geräte unter Anweisung erlernen, praktisch üben und so Schritt für Schritt auf das reale Leben, das sie später erwartet, vorbereitet werden.



Die USA haben die höchste Quote an Gewalttaten weltweit. Immer wieder kommt es zu Massakern an Schulen oder Highschools. Jeder US-Bürger kann ohne sich auszuweisen, beliebig viele Waffen kaufen. Niemand braucht dafür einen Waffenschein, was sich daraus erklärt, dass die meisten Amerikaner ohnehin nicht lesen können.



Fachleute fordern nun auch für Deutschland und Österreich einen eigenen Homeshopping-TV-Kanal für Waffen: “Die Nachfrage ist da.”


Walter Baco

lebt in Wien. Komponist, Schriftsteller, Regisseur, Performance-Künstler. Er studierte Komposition an der Hochschule für Musik in Wien. Notenblattverweigerer, komponiert Musik für TV und Bühne. Entwicklung eigener Improvisations- und Cross-Over-Konzerte mit Profis, Amateuren und Kindern. Gastspiele u.a. in Paris, Zürich, Frankfurt, Prag, Zagreb, Istanbul, Teheran, Stadtschreiber in Neumarkt/Wallersee und Castelrotto, Italien, Composer in Residence in Bad Tatzmannsdorf. Preis der Musikfabrik. Theodor Körner Preis für Literatur. Artist in Residence für Literatur & Neue Medien bei „Ten days“. Permanent-Installation von großen Gedichttafeln auf Europas größter Alm: Seiser Alm, Südtirol. Veröffentlicht u.a. absurde Kurzhörspiele (Breabben Sie Bribier, Wir die wir hier sind).

Zahlreiche Bücher (u.a. Die Nirwana Connection, Die Erhebung, Die Zöglinge der Schwerkraft, Doctrine Supreme), Hörbücher (Charisma, Lautbild-Wortklang, Das getanzte Gedicht) und Musik CDs (Das harmonische Spiel, Klangwelt, Europiano, Blissful Harmony, Solitaire, Treasures of a Poet, Flames, Bridges, Christmas Blues). www.baco.at

Das Wetter

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LIVE AUS DER VATIKAN-GRUFT

Ich schreibe jetzt direkt vom Konklave. Es ist unheimlich spannend da. Vor allem, weil alle jetzt auf uns warten und wir so richtig wichtig sind. Wir diskutieren gerade über den letzten Ausschluss von einem Lazio Rom Spieler in der Serie A, ich bitte Sie, der Schiedsrichter war doch besoffen! Und es steht zur Debatte, ob wir Grillo einladen sollen, aber der will ja nicht, dabei hätte er sicher eine passende Kleidung. Der nächste Papa, hat einer vorgeschlagen, sollte doch jünger als 85 sein, sonst müssen wir doch gleich wieder zusammenkommen. Aber es ist eh überirdisch cool hier, in den Pausen schickt uns Berlusconi Drinks, serviert von seinen weiblichen Abgeordneten, und die Vaticanbank sponsert unser Entspannungs- und Wellness-Programm. Wer der Papa wird, ist nicht so wichtig, außerdem stehts eh schon fest, aber ich darfs euch nicht verraten, sonst schimpfen wieder alle. Ich werde euch auf dem Laufenden halten. So jetzt muss ich wieder: die 2. Halbzeit beginnt, Inter gegen Sampdoria, ein Knaller, echt stressig hier. Also bis Baldrian, betet für uns! Euer Bruder Pater Piccolo, der 1.

 

 

WILLKOMMEN im OPERETTENSTADEL

Die Salzburger Landesregierung hat spekuliert, leider ein bissl daneben, vor allem ein wenig unerlaubt, mit dem Geld der Bürger. Wäre ja nicht schlimm, und kommt imemr wieder vor – nur erwischen lassen sollte man sich nicht dabei.

Jetzt will man nichts mehr zu tun haben mit diesen Spekulationsgeschäften. Verkaufen ist aber gar nicht so einfach; einzelne Papiere sind „giftig“ wie man hört, ja die Chlorbleiche! Wer hilft den armen Mozartstädtern? Jawohl, ein Experte. Natürlich umsonst. Naja nicht ganz.

 

Es sind „Wertpapier-Spezialisten“, und die verlangen halt ein bissl für den Aufwand, fürs Herumjonglieren. Eh nicht viel – so zwischen zwei und sieben Mio. Euro. Dieser Preis, meinen alle, sei in dieser Branche durchaus fair. Lieber Willy Hemetsberger, wir gönnen dir das bisschen Kleingeld. Du bist der Präsident einer angesehenen Vermögensverwaltungs-Gesellschaft „Ithuba Capital“ und hast das Land schon bisher sicher gut beraten. Wir vertrauen dir weiter. Wir haben bisher bloß ein wenig Geld verbrannt, und das kann man bekanntlich nur mit Feuer löschen!

 

WIR WAREN PAPST!

Kaum hat man sich an die mitreißende Stimme dieses Klerikal-Stadionsprechers gewöhnt, verstummt sie; freiwillig, wie es heißt.

Benny, was hast Du? Gesundheitliche Gründe wird man angeben.

Doch die Wahrheit kommt ans Tageslicht, unter jeder Bettdecke!

Wir decken auf.

Schon im Internat hat Benedikt Schändliches getrieben: Er hat seine Hausübungen abgeschrieben! Deshalb wurde er zu Unrecht Papst. Dieser Enthüllung ist er nun zuvorgekommen. Aber wir Strenggläubigen lassen uns nicht so schnell hinters Göttliche Licht führen. Und überhaupt, was wird aus Deutschland? An uns denkt er wohl nicht, ha?

Deshalb fordern wir, und zwar sofort, einen neuen Papst. Jawohl, und zwar aus der Ex-DDR, bitte. Und, liebe Kardinalschnitten, wenns nicht anders geht, auch einen aus der Schweiz oder aus Österreich, mit Lederhosen. Einen bekennenden Dialektsänger oder Jodler, damit sich endlich was tut. Ich selbst würde sofort für eien Frau plädieren, so um die Mitte Zwanzig, der Haufen gehört deutlich aufgemotzt, habe ich nicht recht?

Ab-Bildungsministerium neu!

 

Plagiat-Verschleierungs-Software günstig abzugeben. Merkt niemand. Erstklassiger Dissertations-Ghostwriter sucht neues Aufgabengebiet. Beste Referenzen! Diskrete Abwicklung, auch rückwirkend anwendbar. Bildung muss Vorbildwirkung bewahren! Wer abschreibt, wird abgeschrieben!

Herr Baco recherchiert

‎"Während die Befragung der beiden britischen Aufdeckungs-Journalisten begann, denen Strasser in die Falle gegangen war, sorgten vor dem Großen Schwurgerichtssaal Aktivisten für einen medienwirksamen Auftritt. Die "Freunde des Wohlstands", präsentierte drei Geheimagenten, die dank dicken Sonnenbrillen, Trenchcoat und Schlapphut als solche ausgewiesen waren. "Wir haben die Falle, die Ernst Strasser gestellt hat, eins zu eins nachgebaut. Dabei sind uns diese Agenten ins Netz gegangen", gab die Gruppe bekannt. "Lasst ihn frei! Das ist unser Ernst" forderten die Aktivisten auf Handouts.

Journalisten sagen aus: Strasser-Prozess: Urteil wird nicht verzögert > Kleine Zeitung
www.kleinezeitung.at
Ernst Strasser dürfte den letzten Tag vor Gericht sein. Die Versuche seines Anwaltes, das Verfahren weiter in die Länge zu ziehen, sind gescheitert. Was fehlt sind die Aussagen der britischen Journalisten. Das Urteil wird für

 

Jetzt als e-Book bei amazon erschienen:

Walter Baco
D I E   N I R W A N A   C O N N E C T I O N
Roman

Ein esoterischer Thriller rund um das Geschäft mit der Erleuchtung.
KURZ-ZUSAMMENFASSUNG

Der Psychologe Roman Held fühlt sich von seiner Umwelt zu wenig gewürdigt, also engagiert er einen "Aura‑Verbreiter", der allerdings allzu bald auf den Geschmack kommt, sowohl was den eigenen Ruhm betrifft, wie auch dessen nützliche Begleiterscheinungen, die aus dem äußerst lukrativen Geschäft mit der Erleuchtung entstehen. Das bildet den Startschuss für eine Flut sich überstürzender Ereignisse und Verwicklungen, die, garniert mit philosophischer Weisheit (oder Täuschung?) und bissigen gesellschaftskritischen Seiten­hieben, bis zur letzten Sekunde im Bann halten.

Das 1. Kapitel
Das Engagement des Aura-Verbreiters

 

Roman Held, der große Therapeut und Berater, hatte gerade den letzten seiner 28 Patienten verabschiedet und blickte erschöpft aus dem Fenster. Wie jeden Abend bereitete er sich zähneknirschend darauf vor, nun auch noch den täglich wachsenden Stoß einschlägiger Fachzeitschriften durchzuackern, seine Aufzeichnungen zu ordnen sowie die Korrespondenz zu bearbeiten und hörte sich innerlich unter der trostlosen Aussicht aufstöhnen, wohl wieder erst weit nach Mitternacht zum Schlaf und zu der von ihm selbst so gepriesenen Entspannung zu finden - als er plötzlich Schritte vernahm, oder handelte es sich um Stimmen?

In der Tat, Bewegung in seiner Kammer, ganz oben: Roman Held hatte Besuch.

Unangemeldet und unaufgefordert: Eine Idee. Ein geistiger Gast, ein Neuzugang. Was für eine Idee! Er drehte und wendete sie, doch sie blieb, beharrlich, lockend, verheißungsvoll. Er versuchte, sie durch andere Gedanken zu verscheuchen, verglich sie mit ihren Vorgängern, weniger guten - sie verblassten. Die raunenden Stimmen in seinem Inneren wurden lauter, sie formierten sich, durchbrachen den kontinuierlich plätschernden Alltags-Sermon, sie pochten auf ihre Wichtigkeit, meldeten den Anspruch auf vorrangige Behandlung an, drängten zu einer Entscheidung - die Idee forderte ihre Verwirklichung. Begleitet von einem leisen Prickeln tastete er sich, Faden für Faden, in dem nun sich eröffnenden, eigenen Universum voran.

Verglichen mit dem, was er leistete, fühlte er sich nicht nur zeitlich überfordert, sondern auch krass unterbezahlt und vor allem, was viel schwerer wog, bei weitem nicht genug gewürdigt.

Kleine Korrekturen konnten keine befriedigende Abhilfe schaffen; eine radikale Veränderung lag in der Luft, in seinen Kammern und somit im Bereich der Möglichkeit.

Da niemand ihm von selbst die Anerkennung und Ehrfurcht entgegenbringen wollte, die er in seinen Augen längst verdient hätte, galt es, sich wirkungsvollerer Mittel zu bedienen, um die Umwelt endlich von seiner Größe und Einzigartigkeit zu überzeugen - er musste ein wenig nachhelfen, mit den Mitteln der Psychologie. Jemand musste eigens dazu beauftragt werden, ihn, Roman Held, zu glorifizieren. Ein Aura-Verbreiter musste engagiert werden, dessen Hauptaufgabe darin bestehen würde, ein charismatisches Geheimnis um ihn, den Helden, aufzubauen; dafür würde er ihn bezahlen - zweifellos eine gute Investition.

Dr. Held suchte lange nach einer geeigneten Person, und als er glaubte, sie gefunden zu haben, schulte er sie gründlich ein. Diese Person sollte eine Frau sein, denn Frauen können besser überzeugen. Allerdings wäre dann der Verdacht aufgekommen, es könnte sich um eine Geliebte handeln, oder noch schlimmer, um eine eigens dafür angeworbene Person, da man es
einer Frau - unbegründeterweise - leichter zutraut, sich zu prostituieren. Also durfte es, da die Geschlechtslosen nicht allzu häufig anzutreffen sind, auch ruhig ein Mann sein; allerdings nicht ein zu männlicher Mann, denn diese verabscheute Roman; aber auch nicht ein zu weiblicher Mann, denn dann könnte wieder der noch schlimmere Verdacht eines homophilen Geliebten oder zumindest eines Verehrers aufkommen. Roman suchte also nach dem möglichst geschlechtsneutralen Mann, der verehrungsfähig wäre, aber seine Verehrung glaubhaft auf dem Boden einer kritisch-wissenschaftlichen Annäherung vollzog, gewissermaßen durch die Gitterstäbe einer höchst eindrucksvollen Skepsis.

Gerade dadurch, so schärfte ihm Roman wiederholt ein, indem er betonen sollte, wie außerordentlich skeptisch er anfangs gewesen wäre, würde er noch mehr Glaubwürdigkeit erwecken.

Er entwarf ein paar Reden über sich, die er seinem Schützling vortrug. Aus diesem Material konnte sich der Aura-Verbreiter nach eigenem Gutdünken und eigenen Vorlieben den ihm adäquaten Lobeshymnus zusammenstellen. Ein wenig kam er ihm noch durch einen dafür eigens gewählten Tages- bzw. Wochenablauf entgegen, alles weitere musste diese geschulte Fachkraft nun schon allein zuwege bringen.

Für den Psychologen bedeutete dieses Unternehmen keinen billigen Trick, durch den er sich gesellschaftliche oder gar ökonomische Besserstellungen erhoffte, auch sein Selbstwert bedurfte seiner Ansicht nach keiner Politur - er wollte lediglich seinen Mitmenschen den sie umhüllenden Schleier nehmen, damit sie ihn besser erkannten. In seinen Augen handelte er alsovöllig selbstlos, rein im Dienste der Wahrheit. Dass diese Wahrheit letztlich auch zu der längst fälligen Würdigung seiner irdischen Existenz führen würde, war eine geschickte Fügung, besser gesagt, ein wohl geplantes Haupt-Neben-Produkt.

Wie immer er seine Entscheidung auch legitimierte, sie war getroffen, der Aura-Verbreiter war engagiert und stand vor ihm, Bezahlung und Arbeitszeit waren vereinbart, er sah ihn an und wartete auf die letzten Anweisungen.

 

Obwohl die Situation keinerlei Rechtfertigung mehr erforderte - die Bezahlung rechtfertigte genug - fühlte sich Roman noch zu einer Erklärung veranlasst.

„Glauben Sie nicht, ich will mir dadurch Beliebtheit erkaufen oder Erfolg. Ich will meiner Umwelt bloß eine unverzerrte Sicht vermitteln. Für mich ist das eine Frage des psychologischen Marketings. Ich könnte der größte Psychologe der Welt sein; wenn niemand davon erfährt, was nützt es mir oder der Welt? Und dass ich mich auf die Mundpropaganda verlasse, kommt nicht in Frage, dafür sind meine Patienten zu verrückt; zu hoffnungslos. Sie sind so hoffnungslos, dass sie nicht einmal ihre eigene Heilung bemerken, sondern sie nur für ein neues, besonders heimtückisches Symptom halten würden."

Der andere nickte, ein wenig gelangweilt. Er wollte endlich hinaus aufs Feld, an den Mann, wollte endlich seine Fähigkeiten unter Beweis stellen.

„Sehen Sie sich die großen Denker an. Was wären sie alle ohne die Jünger und Schüler, die ihren Ruhm verbreiten und ihre Lehren unters Volk bringen? Was wäre ein Sokrates ohne Platon, ein Platon ohne Aristoteles, ein Jesus ohne Apostel, ein Krishna ohne Gopis? Nichts wären sie, ich sage, absolut nichts. Ja, ich behaupte, das Gefolge dieser großen Menschen ist um nichts geringer einzustufen als diese Menschen selbst; zumindest verdienen sie ebenso unsere ungeteilte Aufmerksamkeit und Bewunderung, wenn Sie verstehen, was ich meine."

,Jaja, selbstverständlich", sagte der andere. Er wusste nicht recht, worauf Dr. Held noch hinauswollte; alles war doch schon hinlänglich abgesprochen.

 

„Ich meine, Sie dürfen die Überzeugung nicht bloß vorgeben; Sie müssen sie empfinden. Sie müssen ein Kenner meiner Gedankenwelt werden, der absolute Experte. - Vielleicht können Sie einmal meinen Nachlass verwalten. - Sie müssen natürlich alle meine Schriften studiert haben, denn es dürfen Ihnen selbstverständlich keine Fehler unterlaufen; die Fachwelt ist da sehr kritisch und geht mit Dilettanten nicht gerade zimperlich um, wie man weiß."

Roman Helds Stimme hatte sich erhoben, er blickte den zukünftigen Jünger durchdringend an, ob dieser, trotz der vorangegangenen, strengen Prüfungen, die er alles in allem ausgezeichnet bestanden hatte, es wahrhaftig schaffen würde, Romans Ansehen in der Welt zu begründen.

„Gewiss", beeilte sich der zu versichern, „Ich habe mir auch erlaubt, während Sie den Tee kochten, ein wenig in den am Schreibtisch liegenden Blättern zu schmökern."

„Das ist gut", antwortete Roman, „Doch, Sie wissen:" - seine Stimme wurde wieder strenger - „Schmökern ist nicht genug. Diese 14 Bände, die ich Ihnen fürs erste einmal mitgeben werde, müssen Sie gründlich durchackern. Ich verlange nicht, dass Sie sie auswendig beherrschen - wenngleich das sicher kein Nachteil wäre, doch das, glaube ich, kann man realistischerweise nicht verlangen -, aber Sie sollten jedenfalls die Werke ebenso gut kennen wie ich, Sie müssen durch und durch vertraut damit werden, so, als hätten Sie sie geschrieben, wenngleich dies natürlich nicht möglich ist."

„Natürlich nicht."

„Wieso? Sie sollten in der Lage sein, zumindest theoretisch, etwas Gleichartiges zu verfassen. Wenigstens müsste Ihnen das Gedankengut, ohne dass Sie es kennen, vertraut sein. Ist das der Fall?"

„Äh, naja, ja. Ja."

„Jedenfalls müssen Sie absolut überzeugend wirken, und das können Sie nur, wenn Sie tatsächlich überzeugt sind. Sie müssen wie ein feuriger Adept agieren, dem nichts mehr am Herzen liegt, als die Worte seines Meisters zu verkünden und sein Ansehen zu vermehren. Theoretisch wären Sie erst dann für diesen Posten wirklich geeignet, wenn Sie ihn auch umsonst, ohne Bezahlung nur aus Überzeugung, ausüben würden."

Hier blickte der angehende Jünger ein wenig gequält, wollte etwas einwenden, doch Roman ließ ihn nicht zu Wort kommen.

„Theoretisch. - Ich will gar nicht hören, ob Sie es täten. Vielleicht gelangen Sie während des Studiums dieser 14 Bände zu dem Punkt, wo Sie es von sich aus anbieten, aber das ist Ihre Sache; es wäre zu Ihrem Vorteil, endlich etwas nicht nur des Geldes wegen zu tun. Aber, keine Sorge, Sie müssen nicht gratis arbeiten; die Entlohnung haben wir ja bereits vereinbart. Es geht um Ihren Eifer. Dieser Eifer, dieses Feuer, sollte, wie gesagt, um nichts geringer sein als wenn Sie es von selbst, freiwillig und umsonst, im Dienste der Sache täten, Sie verstehen?"

„Gewiss", antwortete der Aura-Verbreiter und schluckte. Etwas hin- und hergeschüttelt war er worden. - Doch keine so einfache Aufgabe, wie er ursprünglich angenommen hatte. Auf welche Ideen die Leute kommen, wenn sie nichts zu tun haben, sonderbar...

Roman hatte ihn bloß auf die Probe stellen wollen, deshalb hatte er das Gespräch in diese Richtung gelenkt. Nun war er sicher, er würde zumindest das beste versuchen und sich des Ernstes seiner Mission bewusst sein, wenngleich er zum Jünger - auch nach dem Studium des 14. Bandes (der Krönung in Romans gelehrtem Schaffen) - wohl nie und nimmer taugen würde.

Dennoch stellte er sich, allen Befürchtungen zum Trotz, recht geschickt an, nach einer gewissen Einarbeitungszeit. Aus Romans Vorschlägen zur Verherrlichung hatte er sich eine interessante Fassung zurechtgeschnitten, die er gelegentlich, nach den psychologischen Erfordernissen des jeweiligen Gegenübers, variierte und mit blumigen Zitaten aus Romans Fachwerken schmückte. Zunächst hatte er sich an seinen eigenen Bekanntenkreis zu wenden und dort von einer „seltsamen, beeindruckenden Begegnung" zu berichten. Dabei gehörte es zu seinen Aufgaben, fallweise irgendwie benommen zu wirken, am besten verzaubert:

„Er schaut einfach durch dich durch. Du kannst ihm überhaupt nichts vormachen. Er weiß schon deine Probleme, bevor du anfängst, sie zu erzählen. Aber, was das Wichtigste ist: in seiner Umgebung kommen sie dir ziemlich unbedeutend vor.

Weißt du, er ist ein Mensch, der total genießt. Er hat keine Hemmungen oder Normen, so was existiert überhaupt nicht für ihn. Er lebt völlig in der Gegenwart. Er ist wie ein Kind. Er hat einfach eine volle Aufmerksamkeit, er lebt total bewusst. Wenn du zum Beispiel mit ihm spazieren gehst, da siehst du Dinge, die siehst du sonst nie. Oder wenn er andere Leute beschreibt...

Manchmal kann es dir passieren, dass er dich 'spiegelt', das kann ganz schön konfrontierend sein, aber du lernst enorm dabei...

Es geht weit über eine normale Therapie hinaus, weißt du, es ist einfach Leben, total; ohne Überschriften, man lernt eine komplett neue Art zu sein kennen. Viel freier. Sicher kannst du mit ihm deine Probleme analysieren, er horcht unheimlich gut zu, aber das meiste weiß er ohnehin. Wesentlich mehr lernst du, wenn du ganz ohne 'Programm' bist und einfach versuchst, mit ihm 'Zeit' zu verbringen. Wie er Zeit verbringt, das ist einzigartig, das muss man selbst erleben, das kann man nicht beschreiben. Du spürst in seiner Umgebung eine ungeheure Intensität. Da wird nichts vergeudet, da findet es statt. Dabei hat er einen irren Humor. Ich habe noch nie so gelacht wie mit ihm, er ist völlig spontan, nie vorhersagbar. Er hält auch überhaupt nichts von geplanten Aktionen. Früher, als er sich noch mit den konventionellen psychologischen Lehren und Therapien beschäftigt hat, da hättest du vielleicht gar nichts Besonderes bemerkt, oder wenn du ihm auf der Straße begegnest oder im Park - du siehst es ihm gar nicht an, er verhält sich komplett normal, das ist es ja, er hat eben all das Getue und die ganzen Klischees nicht nötig. Früher konntest du auch mühelos allein mit ihm einen Termin haben, jetzt geht das kaum noch, aber ich sage dir, wenn er sich dann mit jemand trifft, meistens sind es ohnehin mehrere, das ist unglaublich! Obwohl er eigentlich nach außen nichts Besonderes unternimmt, er erzählt vielleicht ein bisschen, oder hört sich an, was jemand anderer ihm erzählen will, manchmal liest er aus seinen Büchern vor; es passiert nicht viel, aber diese Atmosphäre, die entsteht...

Erwarte dir nichts Großartiges. Weißt du, es geht immer nur um dich. Wenn du selbst gerade nicht bereit bist zu erleben, wirst du wenig davon haben, aber wenn du 'offen’ bist, dann erlebst du deine Wunder...

Ich hab' Dinge dort gesehen, die kann man sich einfach nicht vorstellen, ich würde das auch nicht glauben, wenn es mir jemand erzählt; es ist so wie - täglich Weihnachten, aber nicht wie heutzutage, sondern wie als Kind. Er soll ja, als er noch studiert hat, die Leute einfach so geheilt haben, durch ein kurzes Gespräch, einfach im Vorbeigehen, aber nicht normale Neurotiker wie wir alle, sondern komplizierte, verkorkste Fälle! Oft sagt er einen scheinbar belanglosen Satz, aber für irgend jemand im Raum ist es wie eine Offenbarung, der weiß dann genau, was er zu tun hat, es knistert richtig in der Luft, es ist eine unheimlich dichte Atmosphäre, aber das muss man selbst miterleben..."

Leicht, noch viel leichter als Roman gedacht hatte, ging sein Plan auf. Gierig saugten die Menschen die Gerüchte um diese geheimnisvolle Figur auf, die unerkannt in ihrer Mitte weilte; so, als ob jedermann nur auf ein Einsatzzeichen für sein ansonsten brachliegendes Verehrungspotential gewartet hätte. In Scharen strömten sie herbei, wollten die Worte des Weisen trinken, erbaten Trost und Heilung, egal ob sie sich traurig oder froh, gesund oder krank fühlten. Ein Raunen ging durch die Menge, wenn sie seiner ansichtig wurde. Jedes Späßchen wurde belächelt, jeder Ausspruch bewundert, jede Geste gedeutet. Man war einem Geheimnis auf der Spur, denn offensichtlich hatte man es mit jemand zu tun, der sich nur
symbolisch äußerte.

Der Aura-Verbreiter hatte Gefallen an seiner Tätigkeit gefunden und sprühte förmlich vor Ehrgeiz und neuen Einfällen. Es war sein Vorschlag gewesen, dass Roman nur mehr einmal monatlich, und nicht, wie ursprünglich verabredet, einmal wöchentlich, für die normalen Patienten und Besucher zu sprechen war. An diesem einen Tag, es war immer der erste
Donnerstag im Monat, verhielt sich der Aura-Verbreiter wie der Jünger par excellence, respektvoll, unterwürfig, ergeben, er schirmte seinen Lehrer gegen jegliche Störung ab, er bewahrte ihn vor allzu anstrengenden Unterredungen, er vertröstete lästige Bittsteller auf das nächste oder übernächste Mal; er war es, der den Tee kochte, der die Türe öffnete und wieder verschloss, der das Telefon beantwortete und mit jedem Gast im völlig unbeeindruckten, aber höflichen, gedämpften Ton verkehrte, emotionslos und sanft - nur auf seinen Lippen spielte ein kaum wahrnehmbares, wissendes Lächeln...

Er selbst bezeichnete sich bescheiden als Sekretär, der es „im Dienste der Wissenschaft" auf sich genommen hatte, dem „berühmten Psychologen" in seinen weltlichen Angelegenheiten zur Seite zu stehen; er machte scheinbar wenig Aufhebens um seine eigene Tätigkeit, das erhöhte ihn in den Augen der Besucher noch mehr. Zweifellos kannte er mittlerweile den sagenumwobenen Professor am besten, der doch noch vor einem Jahr für jeden jederzeit zu sprechen gewesen war, sich sogar am Telefon selbst gemeldet hatte; zweifellos verdiente der Professor diese vorsorgliche Unterstützung, bei all dem, was er schon geleistet hatte, und ein wenig schämten sich die Besucher (wie nach Plan), dass sie zuvor diese leichte Verfügbarkeit nicht gebührender zu würdigen gewusst oder ausgiebiger zu nützen verstanden hatten.

Niemand brachte jedoch das gestiegene Ansehen mit dem Auftreten des Sekretärs in Verbindung, jedem schien es, dass erst das gestiegene Ansehen diesen Sekretär erforderlich gemacht hatte.

Der Aura-Verbreiter erwies sich als überaus talentiert, das musste man neidlos anerkennen. Er hatte sogar freiwillig seinen Aufgabenkreis erweitert, indem er - mit Romans Einverständnis - eine Sammlung von besonders interessanten Fällen aus der Held'schen Praxis veröffentlichte, die dessen Wirken eindrucksvoll dokumentierte.

Jedes der 14 Bücher wurde ein Bestseller und in alle wichtigen Sprachen übersetzt, jedes einzelne wurde verfilmt. (Obwohl man bei Fachbüchern im allgemeinen keine packende Story erwartet, gelang den Produzenten ein Kassenschlager nach dem anderen - ein paar Hollywood-Profis würzten die etwas spröde, psychologische Materie mit anschaulichen, lebendigen Zugaben und sorgten so für einen breiteren Rezipienten-Kreis als man je für möglich gehalten hätte).

Ein schier unermesslicher Reichtum war die Folge. Trotzdem das Unternehmen genau nach seinen Vorstellungen und Wünschen verlief, verspürte Roman eine leise Unzufriedenheit. 'Ich bin kontraproduktiv', warf er sich vor, 'Ich bewirke genau das Gegenteil dessen, was ich
wollte. Durch meinen erschlichenen Ruhm verstelle ich jedem die Sicht auf das Dahinterliegende. Egal, wie oft ich auch darüber spreche und sie darauf hinweise, ich stehe ihnen im Weg. Es ist bequemer, nur zu folgen, als sich dem Großen Unbekannten anzuvertrauen. Wie soll auch aus dem, was mit Lügen begann, Wahrheit erwachsen?'

Doch einmal in die Welt gesetzt, ließ sich die Lügenflut nicht mehr bremsen. Und selbst wenn Held, der berühmte Psychologe, nun die vorsätzliche Täuschung eingestanden hätte, so würde das zu diesem Zeitpunkt seinen Ruhm bloß vergrößern, jeder würde es entweder für einen Scherz oder für eine geniale Idee halten, auf die eben nur einer kommen könne; oder wollte er am Ende vielleicht gar die Loyalität seiner Schüler prüfen?

Der Aura-Verbreiter hatte sich unterdessen zu einer Institution entwickelt, die man nicht umgehen konnte, man musste mit ihm zurechtkommen, um zu Roman vorgelassen zu werden. Nach und nach war er in seine Rolle hineingewachsen und buchstäblich mit ihr gewachsen.

Die sich - durch sein Verdienst - vergrößernde Aura des Professors vergrößerte automatisch die seine, und für ihn stellte dies eine willkommene Bestätigung seiner Leistung dar; er sonnte sich in der Wichtigkeit, die er kreiert hatte, ohne dass jemand es wusste, und manchmal sonnte er sich auch in dem Bewusstsein seiner Macht, dass er genauso gut jederzeit imstande wäre, diese Wichtigkeit zu nichts zerfallen zu lassen.

Doch dachte er nicht im Traum daran, diese bevorzugte Stellung selbstmörderisch aufs Spiel zu setzen - zumindest nicht so bald; manchmal jedoch betrübte es ihn ein wenig, wie sehr die Besucher den Professor anhimmelten, wie sie selbst auf die plumpsten Inszenierungen hineinfielen, und manchmal ärgerte es ihn, dass sie deutlich wahrnehmbar den Professor mehr anhimmelten als ihn, obwohl er doch an dessen Größe gewissermaßen einen gleichberechtigten Anteil hatte.

Verdiente nicht er, mit seinen Fähigkeiten, mindestens ebensoviel Ruhm? Könnte er nicht, durch diese Stellung geschult, sie lediglich als die erste Stufe seiner Karriere auffassen und praktisch das gleiche Spiel mit einem neuen, nun von ihm zu engagierenden Aura-Verbreiter beginnen? War das nicht bedeutend weiser, als bloß den kindlichen Triumph auszukosten, das Lügengebäude des Professors auffliegen und sich vielleicht ein paar Tage als kurioser Kronzeuge bestaunen zu lassen? Zudem könnte das nunmehr gewichtige Wort des Professors in der Fachwelt sicher auch zu seinen Diensten nutzbar gemacht werden; der Professor war ihm doch - allein aus Gründen der Sicherheit - bis zu seinem Lebensende verpflichtet.

Zwar war es Roman nicht entgangen, dass sein schneller Ruhm von einem gefährlichen Mitwisser bedroht wurde, doch dachte er, sich dieser Gefahr durch besonderes Lob, das er seinem Schützling angedeihen ließ, entledigen zu können, er glaubte, sich sowohl mit großzügigen Gehaltserhöhungen mehr als erkenntlich gezeigt zu haben, wie auch dadurch, dass er diesem begabten Dienstnehmer die seltene Gunst einer privaten Geselligkeit gewährte, wegen der ihn wohl alle Welt beneidete und die noch dazu um jenes exquisite Flair bereichert wurde, das sich eben nur unter Komplizen entwickelt.

Allein, für den Aura-Verbreiter konnte diese Gunst naturgemäß niemals den Stellenwert einnehmen, den sie für jeden Fremden bedeutet hätte; zu sehr war er mit ihrer Entstehungs­­geschichte verschmolzen, um daraus Ehre statt Ärger für sich zu schöpfen. Die finanziellen Zuwendungen wertete er als einen Beschwichtigungsversuch, Schweige-Geld; was sollte er mit diesen Almosen? Und den Hinweis, dass er ausgezeichnete Arbeit leistete, konnte sich dieser Lügenprofessor auch sparen; das wusste er selbst, das las er an den Augen der Besucher ab, denen er tagtäglich korrekt und souverän mitzuteilen hatte, dass der Meister unter keinen Umständen gestört werden dürfe.

Um es kurz zu machen, die Geschichte endete nun keineswegs mit Erpressung, Mord und Totschlag, denn sie spielte nicht im Kino, sondern in der - wenn auch leicht modifizierten - Wirklichkeit; nein, nach reiflichem Abwägen aller ihm zu Gebote stehenden Möglichkeiten entschied sich der Aura-Verbreiter schließlich doch für die einer wissenschaftlichen Karriere.

Er teilte seinem Lehrherrn den wohlüberlegten Entschluss mit, der billigte ihn, beglückwünschte ihn zu dieser klugen Entscheidung und belohnte ihn noch einmal mit einer fürstlichen Abfindung. Bald darauf wanderte er aus, nach Übersee, denn hierzulande war er doch zu sehr als „Sekretär des Professors" bekannt, was für sein weit reichendes Unterfangen nicht unbedingt förderlich schien, dort hingegen genügte es, wenn er erwähnte, dass er in Europa 'bei Prof. Held studiert' hatte, was zweifellos den Tatsachen entsprach.

In den Schriften des Professors, die er im übrigen nicht sonderlich schätzte, hatte er immerhin ein paar brauchbare Ansätze entdeckt, aus denen er - als Mann der Praxis - ohne viel Mühe eine eigene und in seinen Augen wesentlich umfassendere Lehre entwickeln konnte.

Nachdem er ein geeignetes Haus gefunden hatte, hielt er gleich nach einer Reihe von Aura- Verbreitern Ausschau, denn er wollte das ganze globaler aufziehen. Heute lebt und lehrt er in Kalifornien, er ist mehrfacher Dollar-Millionär, und sein Name steht in jedem Lehrbuch. Er heißt, wir müssen es nicht länger verschweigen, Wladikowski, jedes Kind kennt ihn, und selbst Dr. Held spricht, wie man weiß, nur in den höchsten Tönen über ihn.

Für Held war dies zweifellos die beste Lösung; er brauchte nun keinen Aura-Verbreiter mehr, sondern einen wirklichen Sekretär, ein Posten, auf den Hunderte warteten. Ohne jegliche Einschulung versah der Nachfolger den Dienst respektvoll, gewissenhaft und selbstverständlich kostenlos; für diesen aufstrebenden, jungen Menschen bedeutete so eine Anstellung die größte Ehre, die er sich denken konnte. Roman aber hatte längst andere Dinge im Kopf. Nun, da er vermögend und anerkannt war, wollte er weitere Ziele in Angriff nehmen.

Seine letzte Aktion, und hier greifen wir ein wenig vor, bestand darin, dass er sich einem kosmetischen Eingriff unterzog, am Institut für Plastische Chirurgie. Allerdings handelte es sich nicht um eine Schönheitsoperation, eher um das Gegenteil.


Nach Jahren des Ruhmes ertrug er die Verehrung nicht länger und fand sich allmählich wieder der Verachtung würdig. Gezielt ließ er sein Gesicht - mit Hilfe eines Computerbildes - verunstalten, um solcherart unerkannt und ungeliebt im Ausland unterzutauchen, möglicherweise in Kalifornien, wo er sich bei einem alten Bekannten auszusprechen hoffte; leider erkannten sich die beiden nicht wieder, Wladikowski hatte sich gleichfalls einer Operation unterzogen und galt als verschollen. Die Lehrbücher und Lexika wurden um einen Satz erweitert: „Erst nach seinem rätselhaften Verschwinden erlebte die Lehre ihren weltweiten Durchbruch."

Piano Piano

endlich kommt bewegung rein

wahr oder falsch?

Inspiriert durch Interviews mit der Indigenen Bevölkerung in Südamerika und dem Rat von einem Angehörigen des Awayun Stammes folgend, sah nadaproductions international die Notwendigkeit, in Österreich ein Ministerium zu initiieren, das sich ausschließlich Bewegungsangelegenheiten widmet. Nach intensivem Lobbying bei den österreichischen Behörden gründete nadaproductions international in Kooperation mit der österreichischen Regierung das in der Weltgeschichte bislang erste und einzige Ministerium für Bewegungsangelegenheiten.
Das BMfB besteht in seiner heutigen Struktur seit dem 8. Juni 2009 und ist zuständig für jede Form der Förderung, Pflege und Erhaltung von freier Bewegung von Körpern im Raum, sowie für Initiativen zur Transformation von kodifizierten Bewegungsmustern in der Gesellschaft.
Die zentrale Aufgabe des BMfB besteht darin, das Potential von körperlicher Bewegung für die Erweiterung von Bewusstsein zu fördern.


Go and Talk to Your Government empfehlen Amanda Piña & Daniel Zimmermann

Liegenschaft zu verkaufen

Schnell zuschlagen:
Zwangsversteigerung von Schloss Sighartstein

Aber nicht mit der Faust. Der arme Milliardär ist geprügelt genug. Jetzt muss er mit 1.700.- im Monat auskommen. Ein typisches österreichisches Schicksal!

 

Das Schloss hat einen skurrilen (Ex-) Besitzer, der dort für sich eine eigene Gruft bauen ließ (samt Aufzug von der darüberliegenden Schloss-Kapelle). Wer jetzt wohl dort dereinst untergebracht wird? Von mir aus jeder, aber bitte kein Banker!

Eine literarische Erwähnung fanden Schloss und Besitzer in dem Roman „Die Erhebung“ (Albatros Verlag). Ein ganzes Kapitel habe ich diesem Kleinod-Gespann gewidmet! Obwohl es da eigentlich um die Stadt-Erhebung von Neumarkt ging, die aber zu einer kriminalistischen Erhebung wurde, da ein Erpresser ausgerechnet an diesem Erhebungs-Fest-Tag einen Anschlag androhte, was wiederum die Möglichkeit bot, aus diesem bloß regional-lokalen Geschehen ein weltumspannendes zu fabrizieren, zumindest literarisch - aber das führt, bei all der gebotenen Wichtigkeit der Eigenwerbung, entschieden zu weit.

Immerhin hatte der Besitzer, ein gewisser Herr Henhapl, die Salzburger Messe gegründet, die sog. Kaufrauschfestspiele für kulturverweigernde Kapitalismusaspiranten.

Schloss Sighartstein in Neumarkt am Wallersee bei Salzburg wird also nun zwangsversteigert. Denn der ehemalige „Messezar“ und Noch-Besitzer Arnold Henhapl braucht dringend Geld für seine Gläubiger. Vier Millionen Euro beträgt das Mindestgebot.

Vielleicht eine neue Dependance fürs Hotel Harakiri? Salzburg-Nähe!

Das Schloss mit Zugbrücke,  einem Atelierhaus und Wirtschaftsgebäuden soll laut Mindestgebot vier Millionen Euro kosten. Arnold Henhapl lebte hier jedenfalls einst herrschaftlich. 72.000 Quadratmeter groß ist das Grundstück, vor 20 Jahren hatte es der Ex-Millionär gekauft.

Schon bald wollte er das Schloss wieder verkaufen, angeblich gab es sogar Interessenten aus Singapur. Doch daraus wurde nichts. Die Zwangsversteigerung soll den Gläubigern nun endlich Geld bringen.

Seit seiner Pleite vor drei Jahren sitzt Henhapl auf rund zehn Millionen Euro Schulden, seine Gesellschaft auf noch einmal fast fünf Millionen Euro. Das teilweise denkmalgeschützte Schloss Sighartstein ist siebeneinhalb Millionen Euro wert.

Laufende Kosten dürfen bei einem Schloss aus dem 13. Jahrhundert auch keine Rolle spielen: nur die Instandhaltung braucht 150.000 Euro im Jahr - exklusive Heizung und Strom. Arnold Henhapl gibt es inzwischen bescheidener: mit 1.700 Euro Pension im Monat wohnt er schon längst nicht mehr auf Schloss Sighartstein.

Quelle: http://salzburg.orf.at/news/stories/2538868/

Das Schloss ist 715 Jahre alt. Schon Kaiserin Maria Theresia, Wolfgang Amadeus Mozart und Napoleon Bonaparte waren dort zu Gast. Uns aber interessiert: Wann kommt Swami Durchananda??!!

Erst aber kommt der Hammer, denn am 27. Juni kommt Sighartstein samt 72.000 Quadratmetern Grund am Bezirksgericht Neumarkt unter diesen, sagt der Sprecher des Salzburger Landesgerichts, Imre Juhasz.

Der ehemalige Messe-Chef Arnold Henhapl musste im September 2009 Konkurs anmelden. Henhapl persönlich und seine Holding-Gesellschaft hatten insgesamt Schulden von 14,3 Millionen Euro angesammelt. Das Konkursverfahren ist bis heute nicht abgeschlossen.

Henhapls Bemühungen, das Schloss in Eigenregie zu verkaufen, scheiterten. Deshalb beantragte Masseverwalter Wolfgang Lirk jetzt die Zwangsversteigerung: „Es ist schwierig, das Schloss anzubringen. Wir haben seit Eröffnung des Konkurses mit 20 bis 25 Interessenten das Schloss besichtigt. Es gab Interesse, aber es kam bis heute zu keinem konkreten Kaufangebot. Es bleibt uns nichts anderes über, als im Weg einer öffentlichen Versteigerung das Schloss loszuwerden. Irgendwann einmal muss das Konkursverfahren beendet werden.“

Starten wird die Versteigerung am Bezirksgericht bei 3,75 Millionen Euro. Hat jemand das zufällig am Nachtkästchen liegen? Bitte melden!

 

Das Schloss Sighartstein wurde 1297 erstmals urkundlich erwähnt, 1372 wurde es von Fürsterzbischof Pilgrim II. erworben, Mitte des 15. Jahrhunderts ging es an die Grafen Uiberacker. Dieses älteste Salzburger Landadelsgeschlecht hatte das Schloss bis zum Aussterben der Familie 1964 in Besitz. Henhapl erwarb Sighartstein 1992 und ließ es aufwändig adaptieren.

Zu Schloss Sighartstein gehören auch eine Kapelle samt Mausoleum, ein Nebentrakt, Ateliers-, Wirtschafts-, Lager- und Futteraufbewahrungsgebäude. Das Inventar wird auf 800.000 Euro geschätzt. Teile des Schlosses und des Inventars sind denkmalgeschützt.

Also, nichts wie hin! Mitbieten und die Rechnung an die Raika schicken lassen oder an die nächste Schlecker-Filiale.

Wir übernehmen dafür ein paar Leute als Personal für den mit 72.000 Quadratmeter doch etwas bescheidenen Garten.

Kann jemand noch die Sense bedienen? -- Jedermann...

Traumjobs in Österreich



Immer mehr Deutsche zieht es ins schöne Alpenland. Aber nicht nur für Studenten, Mediziner und andere hochqualifizierte Spezialisten gibt es geradezu paradiesische Lohn- und Arbeitsbedingungen, nein, jüngst eröffnen sich auch für den kleinen Mann (nicht zu vergessen die kleine Frau) verlockende Karriere-Chancen im gesegneten Ösi-Land.
Was die so Angeheuerten dann im schönen Kärnten zb erwartet, zeugt vom typischen Wiener Charme und einem gewissen Hang zum Haneke-haften drastischen Neo-Realismus:

"Extrem ekelerregendes“ WC-Putzen, Blut von den Wänden wischen und von Kunden angespuckt werden - das alles steht in einer Stellenausschreibung für den Job einer Küchenhilfe in der Volksküche Klagenfurt. Der zuständige Stadtrat hält nichts von Beschönigungen
Eine interne Stellenausschreibung der Landeshauptstadt Klagenfurt sorgt in Kärnten für Diskussionen. Gesucht wird eine Küchenhilfskraft für die Volksküche, die aber im Fall des Falles nach Raufereien auch Blut aufwischen und die Toiletten reinigen muss, was laut Ausschreibung „extrem ekelerregend“ sein soll, berichtete die „Kleine Zeitung“ (Donnerstag-Ausgabe).

Essen für Bedürftige. Die Volksküche gehört zum Magistrat und bietet Mittagessen für sozial Bedürftige. Die Preise für ein komplettes Mittagessen betragen 3,60 Euro. Ausgleichszulagenbezieher und Sozialhilfeempfänger erhalten bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises eine Vorteilskarte, mit der sie das Essen um 0,81 Euro erhalten.
Auch Erste Hilfe ist zu leisten
Das Anforderungsprofil für die Küchenhilfe liest sich wie folgt: „Reinigung der Sanitärbereiche, die wegen des Klientels besonders aufwendig, teilweise mehrmals am Tag notwendig und bis extrem Ekel erregend ist. Bei Zwischenfällen wie epileptischen Anfällen etc. ist Erste Hilfe zu leisten. Bei Raufereien, wenn Blut am Boden und an den Wänden haftet, muss sauber gemacht werden. Teilweise werden Bedienstete von den Gästen angespuckt“ - das alles für 1.000 Euro netto im Monat.

„Drastisch, aber entspricht Realität“
„Die Formulierungen sind sehr drastisch, aber sie entsprechen leider der Realität“, sagte Stadtrat Wolfgang Germ (FPK). Der Umgangston in der Volksküche sei rau, Mitarbeiter seien allerdings nicht gefährdet. Zuletzt hätten „Schönwetter-Ausschreibungen“ bei Bewerbern falsche Hoffnungen geweckt. Deshalb habe sich die Personal- und Sozialabteilung zu dieser Vorgangsweise entschlossen, so Germ. Die Bewerbungsfrist für die Stelle endet am Freitag. Für den Job mit 40 Wochenstunden werden - je nach Vordienstzeit - 1.000 bis 1.200 Euro netto im Monat geboten.

Also schnell sein, nicht zögern, gleich heute bewerben. Mit etwas Protektion können auch engagierte Nicht-Bedürftige vielleicht täglich für 81 Cent essen.
Na, habt ihr Blut geleckt?

besser als nichts:


“...Und wie schön wird das alles erst in der Erinnerung gewesen sein...” (Schnitzler)

Die Zeichen der Zeit.

Sg Damen und Herren!

Ich möchte Sie sehr herzlich zu diesem Vortragsabend begrüßen. Die Zeichen der Zeit. Unter diesem Thema steht der heutige Abend. Tut mir leid, dass ich mich verspätet habe. Und ich muss auch gleich wieder gehen. Auf Wiedersehen, dann, vielleicht wieder einmal.

Schräg!

Kreuzfahrtschiff billig abzugeben. Schöne Aussichtslage. Küstennähe. Auf Wunsch mit vertrauenswürdigem, erfahrenem, verantwortungsbewusstem Kapitän. Wegen geringer Lackschäden stark verbilligt. Selbstabholung!

Das Weltbild paßt gut ins Vorzimmer, auf die Ablage, so wird die Einsicht verstaut. Die leicht gekrümmte Wahrnehmung findet im Kofferraum Platz, alles andere landet im Handschuhfach, bitte gut absperren! Für größere Pannen wird das Reserverad herangezogen und die heilige Drei­-Einigkeit, das Pannen-Dreieck. Wir lassen uns abschleppen, zahlen die Maut, im Urlaub soll man nicht sparen, wozu arbeiten wir das ganze Jahr, mit unseren Zellen?

Walter Baco


Mc Friss - Österreich ist nicht nur Hitler

Auch im hintersten Winkel des Landes sollte ein Selbstbedienungsrestaurant errichtet werden, noch dazu anstelle des Wirtshauses. ‘Das wird bei uns nicht gehen’, warnten ein paar ältere Einheimische, doch der Kauf war perfekt, der Umbau vollzogen. In der Mitte konnte man sich aus verschiedenen Töpfen Verschiedenes nehmen, das gleich schmeckte, aus den Lautsprechern säuselte belanglose Musik, die sichtlich beruhigen sollte, und hatte man seinen Teller beladen, durfte man wie im Supermarkt an einer Kassa warten, zahlen und irgendwo essen. Doch bald schien das Konzept zu zerbrechen. Ein Ortsansässiger hatte begonnen; „Geh, bring mir ein Bier“, rief er, und der Kellner (oder war es der Koch?), der dortstand, brachte es ihm, da ohnehin kaum jemand da war, außer der Postler am anderen Ende des Saales, der prompt „Ein Achtel Rot“ forderte und ebenfalls bekam. Die beiden gingen nie wieder zur „Schank“ oder zur Kassa, sondern bestellten fortan so, wie sie es immer schon gewohnt waren; andere Gäste sahen dies und taten desgleichen - das straffe Verkaufskonzept der Kette war ins Wanken gekommen. Irgendwann montierte man die überflüssige Kassa ab, der Kellner wurde wieder zum Kellner, steckte seine schwarze Brieftasche ein, servierte und kassierte an den Tischen. Einmal kam der Gebietsleiter der Kette wutschäumend ins Lokal gestürmt, doch als er sah, daß das Geschäft ohnedies florierte, beruhigte er sich langsam, ein Einheimischer klopfte ihm lachend auf die Schulter: ‘Ich habe Ihnen gleich gesagt, daß das bei uns nicht gehen wird...’

Mein Kopf

o Kopf, o Kopf oh weh

wir alle haben Kopfweh



Papa, Mama

Bub und Mädel

allen brummt der Schädel



zuviel gelernt

zuviel geglaubt

zum Dank dröhnt

nun das Haupt



Manchmal klug

und öfters dumm

das kapitale Unikum



o Kopf, o Kopf oh weh

wir alle haben Kopfweh

Wer wundert sich ?




Es geht um den, der nicht mehr beschrieben wird. Er will sich nicht – selbst angekränkelt – von anderen ankränkeln lassen. er achtet auf seinen Umgang. Zumeist. vermeidet Gespräche, den Tratsch. zeigt sich distanziert, gilt bald als arrogant. Wundert sich über seine Isolation. Steigt gleichzeitig auf Gaspedal und Bremse. Kommt weder voran, noch bleibt er auf der selben Stelle. Gräbt sich bloß tiefer ins Erdreich ein. Die Elfen kichern. Er ersinnt aberwitzige Strategien, die er sogleich wieder verwirft. Lösungen müssen von woanders kommen, postuliert er. Vom Sich-Lösen, wiederholt er trotzig. Die Momente werden durch den Fleischwolf gedreht. Kein schmackhaftes Odeur will entstehen. Am Abenteuer-Spielplatz immer nur allein, mit all den Geräten. auf der Suche nach gefährten. Klassenziel verfehlt, Antreten zur Nachprüfung. Wiederholungstäter. Wer dieses Rätsel löst, kriegt auch keine Prinzessin zur Braut. Wer in der Zielgeraden umkehrt, hat seine Hose verloren. Zwei Stamperl für den Herrn da unten. aber randvoll bitte. Wir wollen was sehen für unsere Marie. Wer taxiert, wird taxiert. Wer sich wundert, braucht sich nicht wundern.

Ich bin die Gier

Ich bin der neue Berater

Ich vertrete die Lobbying-Elite

Mein Honorar ist nur 7 Mio Euro oder noch weniger.

Ich bin die neue Rating-Agentur

Ich berate die Rating Agenturen

stufe sie hinauf und hinab

Ein paar Banken sind an mir beteiligt, die kommen dann besser weg, müssen nur 70% ihrer Gewinne abschreiben, nicht 90 wie alle anderen.

ich bin das frische Geld, das gedruckt wird und immer weniger wird

Ich bin die nächste Finanzkrise und der nächste Korruptionsskandal

Ich komme wieder. Bestimmt.



Ich bin der brave Steuerzahler. Der angepasste Bürger, der geduldig alles frisst, bis zur nächsten Revolution (Rezession).

Ich kaufe mir positive Berichterstattung gegen neue Aufträge, Hand in Hand, eine wäscht die selbe. Ich bin die Rating Agentur und ich rate allen, seid auf der Hut.

Ich bin die Jagdgesellschaft und es gilt die Vermutung.

Ich bin Bürger und gehöre zur Gesellschaft der Gejagten.

Ich bin die Ethik, aber ich bin auf Urlaub (seit Ewigkeiten).

Ich bin die Gier, ein wildgewordnes Tier, durch nichts zu zähmen, ich regiere die Welt.


Wir die wir hier sind

wir, die wir wir sind, sind wir, sind wir

wir, die wir wir sind, sind wir, sind wir, wer sind wir?

wir, die wir hier sind, sind hier, hier sind wir, hier sind wir

hier, die wir wir sind, hier, die wir hier sind

wer singt hier? wer singt hier? wer singt hier?



wir, die wir wir sind und wir, die wir hier sind

wer versinkt hier? wer versinkt hier? wer versinkt hier?



wir, die wir wir sind und wir, die wir hier sind

und wir, die wir hier sind

wer singt hier? wer versingt hier? wer versinkt mir?

wer versinkt mir?

wer versinkt hier?

wer versinkt hier?



ihr, die wir hier sind und

ihr, die ihr da seid, wo seid ihr? wo seid ihr? ihr seid hier.

ihr, die ihr da seid, und ihr, die ihr dort seid, wo seid ihr? ihr seid hier.

ihr seid hier bei mir

ihr bleibts alle schön bei mir

ihr bleibts alle schön bei mir

ihr bleibts alle schön bei mir

und ihr geht nicht fort

und ihr geht nicht fort

ihr bleibts alle schön bei mir

ihr bleibts alle schön bei mir

ihr und wir, die ihr hier seid

ihr bleibts alle schön hier

aber ich geh fort

aber ich geh

aber ich

aber ich geh fort

auf wiedersehn

auf wiedersehn

ihr bleibt hier



SchwefelSchwafel

Schwefelschwafel
Schiffe gehen unter. Immer wieder. Sogar im Rhein. Blöd. Noch blöder, wenn sie
giftiges Zeug geladen haben. Pech eben. Oder Schwefel. Nun wird gezielt die
Schwefelsäure in den Fluss geleitet, damit sie nicht ungezielt reinfließt. Ist
auch irgendwie logisch. Der Umwelt schadet das natürlich nicht. Sagt irgendwer
und alle glauben es, plappern es treuherzig nach. Schaden? Im Gegenteil! Die
kleinen Fischlein und Krebslein freuen sich schon auf die lustig bunten
Sulfid-Atome, mit denen sie ganz viel Spaß haben werden. Wahrscheinlich heben
solche wertvollen Beigaben sogar die biologische Vielfalt. Klar, Schwefel ist
gesund! Demnächst wird die Säure ins Leitungswassernetz eingespeist, dann gibt
es nur noch Trinkwasser in Super-S-Qualität. Elementare Argumente von
kleinkarierten Fortschrittsabstinenzlern stoßen sauer auf, werden periodisch mit
System weggeschwafelt – Alles ist Chemie, zumindest hier am Rhein. Tradition
verpflichtet.
 
 
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Oesterreich macht es sich wieder arg einfach

Folgen Sie dem Ruf der Wildgänse, oder auch irgendeiner
Stadt-Gans. Aber folgen Sie.
Werden Sie ein wunder Knabe. Blümen Sie das Mauerchen.
Trüben Sie den Blas-Saal.
Denken Sie einmal was Sie wollen und wieder retour.
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(aus „Doctrine Supreme“
oder
Die Schule der Ratlosigkeit, Albatros Verlag, Wien.

Oesterreich zusammengefasst in 2 Überschriften:Bestandsaufnahme

Zwei unzusammenhängende (?) Überschriften auf orf.at:
Freunde erhöhen den Fortpflanzungserfolg
Wildschweine in Österreich auf dem Vormarsch

Ich kann

Tür an Tür

wohnt das Unglück

gleich neben dem Glück

Es scheint, als ob ich

Tag für Tag

in jedem Moment entscheiden könnte

welchen Raum ich betrete

Blöde Anmache

 

Darf ich Sie etwas fragen? Ich weiß zwar noch nicht was, aber Sie wissen sicher die Antwort  

Na gut

-- -wie heißt der Hund?

Rolfi

Und wie heißen Sie? - Vorname genügt. Geburtsdatum und Maße brauche ich nicht; vorerst...

Vorerst...

Maße sehe ich eh, ungefähr. Geburtsdatum auch

Wozu brauchen Sie dann den Namen?

Na, damit wir ins Gespräch kommen

Geht doch ohne Namen auch, oder?

Ja, wie man sieht, gehts so auch.


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Erst antworten -dann fragen

Ansonsten gesund

Die Hände handeln nicht mehr

Die Gelenke lenken nicht mehr

Kaum noch begeistert der Geist

 

Zuviel aufgehalst

Der Rücken gekrümmt

Ein Halbkreis, das Kreuz

 

Zwischen den Beinen:

Zum Weinen!

 

Zetern und Hadern

Krampf in den Adern

 

Kaum geboren,

alles verloren

 

Es wartet schon:

Herr Parkinson

 

Zahnlos der Mund,

ansonsten gesund!

 


Mein stiller Morgen - Monolog

 

Beim Aufstehen

hänge ich den nächtlichen Träumen nach

Am Clo

hat mich der kommende Tag fest im Griff

Zähneputzend

sage ich der Welt den Kampf an

Mein Spiegelbild

meldet erhebliche Zweifel an

und rät zur Vernunft

In der Badewanne

schwimmt mir die Gegenwart davon

Das Frühstück

stimmt mich plangemäß froh

Der Kaffee

fordert seinen Tribut

Meine Schale

wirft sich in die Schale

Ich storniere

alle alten Pläne,

denn die neuen drängen nach

Zum Sortieren

bleibt mir kaum noch Zeit

Ein schmaler Pfad

führt in den weiten Tag

 


Bonmots two

„Meditationsgerecht schreiben“ oder artgerecht schwanken bzw wanken. Die anderen, denke ich, haben nur mehr Mut, ihr beiläufiges Gedanken-Schlecht auszubreiten; mir ist der verlorengegangen, weil mir allzu viel belanglos erscheint, belanglos und beliebig. Und weil ich an der Sinnhaftigkeit zweifle, schon länger. Also „meditationsgerecht schreiben“, als einzige lohnende Aufgabe, wird sowieso von allen gemieden, sehr verfänglich. Landest sofort in der sektiererischen Ecke oder bei den Kitsch-Heinis. Egal: versuchen - und untergehen, wenns sein muss. Nichts mehr verbergen und zurückhalten, okay? Abgemacht, der Salat.

 

Stressfaktoren ausschalten. Zwänge eliminieren. Bestehendes abklopfen, auf Beständigkeit. Falsches ablegen, versehentlich Angenommenes loswerden. Sich schenken, leicht werden und aufsteigen. (So einfach kanns sein).

 

Verpflichtungen kündigen, Verträge stornieren. Schulden bezahlen (oder abstreiten). Allmählich weiser werden.

 

Sobald sich die Gedanken verflüchtigt haben (in 6 Mrd. Jahren), nutzlos geworden sind (soeben), wird Wesentliches einkehren, spürbar werden...

 

Durch mein Mental-Archiv wage ich mich nur noch in cognito. Ich brauche Begleitschutz, in meinen Kammern. Am besten einen Leib-, nein, einen Seelen-Wächter.

 

Urteile nie nach dem Äußeren

sonst wirst du nach deinem Äußeren beurteilt. Ui je!

 

comments, wünsche, beschwerden:  baco@baco.at    www.baco.at

 

 

 

Bonmots by Baco

„Lesen und lesen lassen“

 

Wer arbeiten muss, hat keine Zeit zum Geldverdienen (Volksweisheit der Privilegierten)

 

Der Bäcker mit den längsten Händen

backt die kürzesten Brote

 

Groß geworden klein geblieben?

 

Ein Schwur ist eine Verabredung mit der Ewigkeit

 

(wer im Zentrum wohnt)…wird an allen Grenzen durchgewunken

Ich muss Ali Baba überzeugen, dass ich einer seiner Räuber bin, die Polizisten, die mich jagen, vom Gegenteil, die Frauen, die mich meiden, von meiner Unwiderstehlichkeit und die Welt von meiner Wichtigkeit. Dann werde ich endlich, so die These, von allen geliebt, erfolgreich und glücklich wie die Schönen und Begehrten. (Pure Annahme. Wird dennoch immer wieder versucht.)

Ich schlafe ein mit meinen Ängsten

Träume von meinen Wünschen

Und wache auf mit meinen Sorgen

 

Strache h.c.* fordert Kipferl-Verbot.Es gehe nicht an, führte der Politiker aus, dass der Halbmond auf schleichende, heimtückische Weise unsere abendländischen Werte verdränge. In Hinkunft dürfe es nur noch kreuzförmigen Plunder geben. Die Grünen schäumen!
* Österreichischer rechtspopolistiger Politticker


ZUEIGNUNG

von Walter Baco

 

(Tonfall: böse, vorwurfsvoll, anklagend)

Du,

du…

du…

Knöpfchen-Drücker, Musterschüler,

Absonderer von Schweiß und Urin, Nutznießer testamentarischer Ordnung, 

Marginalienreiter,

Lausmädel, 

Verfasser von Hüstel-Memoiren, Erfolgs- und Kochrezepten, Mentalschlacken; 

Du Mitläufer, Sternedeuter, Niedermucker, Starvergötterer, Speicheltrinker,

Bakterienüberträger, Deckmantelschneider, Maskenbildner, Stubenhocker, Gratisatmer, Erfolgsbildner, 

Empfänger vertraulicher Mitteilungen, Verantwortungsträger, Bedenkenzerstreuer, Streuzuckerstreuer, Veruntreuer,

 

Ihr,

ihr---

Ihr

Schönwetter-Automaten. Ihr Effizienzlose Exponenten,

Haupterben staatlich geprüfter Universalmarotten, Ihr Schweinehengste, 

Perverse Konsumenten von Parteizeitungen und Stammbüchern. Niemals-Stumme, Kotzhungrige Wix-Kollegen, Sonntagsfromme, Zwangsangepaßte mit Assimilierungszwang, 

Lebendig Begrabene, Mörder, Hehler, Banditen, Entfremdete, Nuckelkönige, Sabbertanten, Trensdbile, Verräter, Todesmutige Rekord-Idioten, Aussätzige, Fäkalienlieferanten, Kriechtiere, Cocktail-Hühner, Endlosschwafler, 

Würger, Prügler, Folterer, Ordensaspiranten, Destrukteure, Maulkorbträger, 

Dressierte Konzerngendarmen, Industrielakaien, 

Schattenwerfer, Trübsichtige, Nebelerzeuger, Streber, 

Geduldige Passagiere auf den abgeschabten Wartebänken der Beförderung, 

Hirnverweigerer, Geschmacksverächter, Einer-von-uns, 

Protegès, Keiler, Schnüffler, Stänkerer, Modeanbeter, 

Abfall-Konsumenten, Kalkulierbare Verkalkt-Geborene, Gripslose Gipsmodelle, 

Betrogene, Ausgebeutete, Geschundene und Geschändete, Schinder und Schänder, Mundtotmacher, Allesschlucker - - 

an euch wende ich mich, 

im Bewußtsein, daß meine Worte bei euch am besten aufgehoben sind.

 

Ihr

Mitglieder der universellen Kamikaze-Bande, 

Ihr 

Paktierer, Idyllensucher, Schwärmer, Blindgänger, Lohnempfänger, Vakuumsvergrößerer, Berg- und Talprediger, Gierigregierte, 

Uninformierte Uniformierte, Automatische Automaten-Bediener, 

Tüpfchen am Ypsilon, 

Ihr Gummipuppen, Gartenzwerge, Trittbrettfahrer, Theorienverfechter, 

Theoretische Weltmeister, Friedensstifter, Genies, Theoretische Senkrechtstarter; Praktische Dreikäsehochs, Emporkömmlinge, Dosenfutter, Zuchtbienen, Versuchsobjekte, Prüflinge, Bestaunte Vorfahren kopfschüttelnder Nachfahren, 

Küsser, Obszöne Genitalakrobaten, Vulgär-Dilettanten, Profis der Lüsternheit, 

Mechanische Vor-, Nach- und Zwischenspieler, Müde Beischläfer, Charismatische Schürzenjäger, Ausgekochte Biester, Mehrzweck-Nutten, Feierabend-Pornographen, Strolche, Lederfreunde, Stiefelfetischisten, Züchtiger, Mastdarm-Verhätschler, Sekttrinker, Befingerer, Greifer, Grabscher, Murkser, Todesbegünstigte, Früh- oder Spät-Sterber, Wellenschläger, Meterware, Geblendete, Verzerrer, Milchgesichter, Hautüberzogene, Blutdurchflossene, Abgenabelte, Fußvolk am Hohen Roß, Gesalbte, Gepuderte, Angeschmierte, Verrohte, Angekränkelte, Mieselsüchtige, Brustschwache, Torkelnde, Betretene Getretene, 

Versäumer und Verächter, Rädelsführer, Heeresarmee¬militärsoldaten, Titelaufsager, Glückspilzsammler, Musterschüler, Satans Sonntagsbraten, Pestbieter, Rummelplatzverrummler, Nirgendwohingeher, Verniedlicher, Kreiskunstläufer, Feuerspucker, Wasserlasser, Zykluszähler, Kartenleger, Chronische Geisterheiler, 

Fuß-Be-Handler, Erfinder vom Zisch-Frisch-Instant-Verfahren, Absichtslos Geköderte, Beschnittene, Gefangene, Gefängniswärter, 

Preisgekrönter Ausschuß, Senkgrube für den Arsch der Welt.

 

(nüchtern, erzählend dann wieder böser werdend:)

 

Gehudeltes Lob, gehäufte Anklage, gestapelte Vermerke. All die Leicht-, Schwer- und Mittelgeschädigten. Jausenbrote, Flausendrescher, Phrasenschmeichler, feuchte Schößlinge, Ruhepollaken, Lumpenriecher, Mental-Rouladen, Kanonaden.

 

(„ich“;  ANDERER TONFALL, leicht süffisant, Selbstironie):

Offizieller Eloquenzberater des Bundes-Skriptenarchivs, Artifizialrat, Liebkind, 

Assistent der Allumfassenden Akademie für Fassadenkorrektur, 

Spezialist für Primär-Verdrängung, Stellvertretender Geschäftsführer der Meisterklasse für Verhaltensstörung, 

Konsulent für Umweltzerstörung, Privater Hobby-Meckerer, Launen-Abonnent, 

Peripherer Referenz-Erreger, Seismograph der versteckten Regungen, 

Reduktionsgenie, Brennesselsylphide, Zwergäffchen, Riesenfloh, Sprintschnecke, Zeitlupoard, Senkrechtschlange, Zweifußlurch, Springfauler Menschenfrosch, 

Landfisch, Sprödling. Dozent von Lemmingen, 

Ombudsmann für unverpflanzte Organe, Volksanwalt für gepflanzte Wachorgane. Gruppentreffen für Rektal-Rekruten, Wichs-Figuren, Sektion Ost. 

Wegwerfrasse. Kult-Kultur!

 

(Dieser Text ist der soeben erschienenen Hörbuch-CD „Breabben Sie Bribier“ entnommen.)

 


Breabben Sie Bribier aus Doctrine Supreme oder die Schule der Ratlosigkeit"

Breabben Sie Bribier, vernündelt und vernunden. Kereppen Sie hinter dem Kerschbaum hervor, versteppen Se nich? Zwuppen Se ufter de Andmale, behunfdselig wie Kenemarklaios. Lachter de Backenzersprangene, hü? Knift over de sweelvezweenzch krachzogowiner Kenige? Hovst a schon mitti Anigmalten uuvagebundelt? Solst keene firanzigen druvavabrichen, sunst hevaten wir olle mitti Greanen ztoa. Brekatten Sie prutzlos!

 

Vawind! Sumbla di heimadda grogowinsch, net amoi verdur-lichzt, rechtswiderlufzg, a bestimon? Sext scho, wos ollwei med durntilax geheeme verknifflige oussprake ourichte kaunst, kume nix furt von anzwa gewehnliche, magst Feiaamd, he? Berstig voll, die selbander uffgewickelte Zungdime, met Heere van Uflagen, abrigkatsbezoche. Sewehrsch si namol di anafiabranzigden Sotterlattamuatterln, wenst grodumadum vereinfire kunst. Schtehmandili rudlaobaplattna kennt, hechz zweene si roznasa guat.

Slimei! Kav chonc-wia suabrigga gellemoch na de freboigatsabuam, zwülf, bei de lutzn ons vagen durt. Na griamnida, wennst klamiaxn tedechst, so klaft ollamia zsamm: »Hei arzibrotn, ge nit zua de wüdn Stani-packerln!« belufzs, son de greenlockerte Siabnzulmwiesn. Me riate, kolamido (nese. si kume namol gaglawac) – be ruadn, nod of de hente Gesuststapfen. Es ist schon passiert, daß wir zawollizi von die Argpracht beuntkanden. Freilich vermickwalichten sich noch einzeln die Gefilxe, besindras met den fremdworten zerbecutse die Unstendlichkeitsquirks. Sölbund! Argwöhnen Sie wibsolid, so letmalig.

Verputzt irr-reparabel 2 Sandkörner, was sagen Sie dazu? Können wir uns weggerecht verbrämen? Sintmalich? Zwerelfhalber? Nu alzo, kin wantu matu hinawizz, seppresotto -grazz! One two three four, the fisherman, urplötzlich, ein Schritt hinter den Zaumpfahl, wehmutumwölkt.
Sappratanto lepratotto! Que ni si vada vuda por favour (Diwana Commodia) Maestro Dante (Algeria), Maestro Proper (Cusina Italiana). Es kifft über die Schlieren, an den Wanten entlang.

Brech-malinx, so heppa-hotta-doh. Con aquir o çervan quiche lorotto. Sancho Pancreac. Eine langatmige Verwesung, sardische Rebellen rauben mir den Schlaf. Te quiero a rumpazuttl arimani sercas.
Die Dornbacher Mulde, mitten durch die Masse hindurch, sulzig, anders als die Lehrgesinnung. Keften Sie niatwiade Afzeling himweck.