Aufwachraum

 

Hier ist Claus Caraut. Löwenbändiger, Möwenbändiger, Zuchthäusler, Mohrrübenfanatiker.

Sporadischerweise Dichter. Profan. Altmodisch. Verlebt. Besoffen. Stocknüchtern. Aufzählung. Aufzählung. Metametametametaebene. Ich bin hier manchmal. Deshalb auch Aufwachraum hier. Ach... haben Sie schon verstanden. Tja. Hier lebe ich. Sehen Sie sich bitte nicht gut um, es ist schlampig wie die Sau. Einen Tee gefällig? OK.

Zu früheren tiefen Komata finden Sie über dieses Link!

 

P.S.: Ach ja!


Alles Gute, OMIO

"Happy Dings, Oma!

Heute ist dein Geburtstag!"

 

Sie so: "Ah, iwo!"

 

Claus Caraut


Der Brennaus

Der Brennaus ist ein übler Wurm,

der sich durchs Wesen frisst.

Er ist im Wasserglas der Sturm,

der Kevin, der dich disst.

 

Der Brennaus rafft die Lust dahin

zum Arbeitsplatz zu gehen,

ernährt sich hauptsächlich vom Sinn

und lässt dich greinend stehen.

 

Der Brennaus ist ein Parasit.

Du musst ihm nur entkommen.

Drum wird, wo immer hin er zieht

ein Vikodin genommen.

 

Ein Vikodin ist lieblich sehr.

Es schmeckt nach Wein und Beeren

und schlägt den Brennaus kräftig her.

Darum lasst es uns ehren!

 

Claus Caraut


Winterdicht

Winter, heb dein braunes Röckchen,
lass uns in dein Haus hinein,
alle Kinder tragen Söckchen
darum siehts hier aus wie Schwein.

Matsche matsche, lieber Winter,
so ham wir dich richtig gern
Schaut, der Matschmann, lieber Kinter!
Weihnachten ist nicht mehr fern.

Aus den Wolken hört man fallen
leise eine Emission.
Engelschöre tuhen schallen
"Läst Quizmäs ei gäiv ju mei Hart."

Nach den Tagen bleibt der Regen,
ungefähr bis März hinein,
denn dann kommt der weiße Segen,
sperrt uns in die Stube ein.

Claus Caraut

Und jetzt alle!!!11 [Werbeblock]

Bolle reiste jüngst zu Pfingsten,

Nach Pankow war sein Ziel;

Da verlor er seinen Jüngsten

Janz plötzlich im Jewühl;

’Ne volle halbe Stunde

Hat er nach ihm jespürt.

Aber Waschmaschinen leben länger mit Calgon.


Claus Caraut

 

Sommerdicht

Wenn der Frühling dann vorbei und

 Herbst noch nicht am Dasein ist,

ist nicht Heinz da und nicht Raimund.

Sommer steht dann in der Frist.

 

Alle dann ins Freibad rennen

cremen sich die Ohren ein.

Weil sie keine Sorgen kennen

tun sie eben fröhlich sein. 

 

"Heissa!" schrein dann alle Kinder

"Heissa!" ruft der Kommissär

"Heissa!" sagt der Kabelbinder 

aber heissa gehts nicht mehr.

 

In dem Wasser alle stecken.

Später gehn sie wieder raus. 

Nur der Meister sitzt am Becken-

rand und trinkt die Reste aus.

 

Claus Caraut

Herbstdicht

Kaum ist dieser Sommer hindern

Berg, kommt schon der Herbst heran-

gécruist auf sein zwölf Zylindern

und dann fängt der Ärger an:

 

Wenn der Herbst ist, falln die Blätter,

fallen in die Wirtschaft ein.

Alle Maden werden fetter

und wolln doch nur Mädchen sein.

 

In den Wiesen Hasen sitzen,

denken so darüber nach,

warten auf die Geistesblitzen

wünschen sich aufs Kopf ein Dach.

 

Und sie sitzen guter Dhinge

und nach einundzwanzig Bie

rhat der Herbst sich auch dorthinge-

setzt und trinkt noch mehr als die.

 

Claus Caraut


Lied an die Leimfliegenfalle

Du Todesleimgespinst, wie filigran,

hängst du doch an der Küchendecke dran.

Als Pendel des Verderbens und der Qual,

dem flatternden Gefleuche ein Fanal,

drehst Du Dich in des Fensters engen Spalts

und wer Dich kennt, der weiß: schon bald verhallt's,

des freudig schwirrend Mücken heitres Spiel.

Den argen Kleister intressiert nicht viel,

nicht Fliege oder Wespe oder Schuh,

ein Jedes führt er seinem Schöpfer zu

bis eine Fibonacci-Locke hängt,

ganz dicht an dicht mit Opfern vollgedrängt.

Vereinzelt zucken Beine von Getier.

Vivat! Oh Klebedings, wir danken Dir!

 

Claus Caraut



Überfahrnetierelied (ohne Melodie)

Jetzt im Frühling, wenn die Luft so

feucht und lau und seltsam phospho-

riszierend ist und ich lenke

dann mein Auto und ich denke,

blickend durch das Luftgeflirre

voll von Fliegen: "Bin ich irre?"

Manchmal kann man es schon riechen,

dieses Kriechen, dieses Siechen


Und im Vorbeifahrn, da verdrück ich eine Träne.

Überfahrene Tiere sind meine Domäne.


Auch im Sommer ist es herrlich

ab und zu, doch eher spärlich,

sieht man tote Dachse liegen

und ein zweites Fell ankriegen.

Füchse, Rehe, Hasen, Igel

sehn so friedlich aus im Spiegel

Igel, Hasen, Rehe, Füchse

fahre ich in tausend Stüchse.


Und im Vorbeifahrn, da verdrück ich eine Träne.

Überfahrene Tiere sind meine Domäne.


Immer wieder gibt es Tage

da gibts eine Marderplage

So viel Mar-, wie soll ich sagen,

-der kann man doch nicht erschlagen.

Manchmal seh ich lebende Biber

aber tote sind mir lieber,

denn die lebenden fälln vor allem

Bäume, die aufs Auto fallem.


Und im Vorbeifahrn, da verdrück ich eine Träne.

Überfahrene Tiere sind meine Domäne.


James O'Hara


Als er dereinst die Dolomiten besichtigte

Auf unsrer Erden Pfade

ich dereinst mich begabe,

den Kompass fest im Auge

und in der Hand den Stabe,

im Herzen Gottes Gnade.


Nach kurzer Strecke deuchte

der Berg wie ein Gesichte.

Bald hatt ich mich besonne:

wer wär es, wenn Gott nichte,

der derart gülden leuchte?


Am Gipfel ich verharre

und sende meine Blicke

gen Süden und der Ferne

und unerhofftem Glücke.

BÄM: da verreckt die Karre.


Claus Caraut


Der David vom Michelangelo (für Matthias)

Herr David steht im schönen

Museum zu Florenze.

Er steht und wird nicht kleiner

und oft hört man es tönen:

„Der schönste aller Schwänze,

das ist dem David seiner!“


Das reinste Glied von allen

ziert seine weiße Mitte.

Es baumelt und es schaukelt

und drohet gar zu fallen.

(Doch hängt hinter dem Schritte

noch Marmor, drum: ergaukelt.)


Claus Caraut


Vier Zeiler

Was vornedran ein Rüssel hat

und außenrum noch Stacheldraht

und aufbegehrt und trötet schräg

das ist das Elefantgehäg.


Wenn man sich selbst ein rubbeln mag

und sonst nix tut, den ganzen Tag,

und nachher schwitzt am ganzen Leib

das ist ein schöner Zeitvertreib.


Wo man "Woman" auf Türen malt,

und vorndran 50 Pfennig zahlt,

man "Mann" auch einfach lässt nicht rein,

da muss das Weiber-Scheißhaus sein.


Wenn einer in der Gosse lebt

und mit sein Arsch am Pflaster klebt

und sich darüber kaum beschwert,

das ist ein Asbach Uralt wert.


Claus Caraut


Wünschelkonzert

nach Joseph Freiherr von Eichendorffs Wünschelrute (1835).


Schläft ein Lied in allen Dingen,

die da träumen immerzu

und die Welt beginnt zu singen

AndI willal wayslove you.

 

Schläft ein Lied in allen Klebern,

(schläft natürlich auch in Leim)

Schläft und träumt von Schlägengebern:
Hit me, Baby, one more time.

 

Schläft ein Ding in Kartenspielen

schläft auch im Roulette, ich seh's

und erschallt beim Chipse dealen:

Papapapa-Pokerface.

 

Schläft ein Lied in Abrissbirnen

und in Baggern unheilvoll

Da, es tönt aus allen Hirnen:
Came in like a wrecking ball.

 

Claus Caraut


Die Natur der Dinge in Australien

Bumerang - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Gnaremub

 

Claus Caraut


meiner mama ihr herz

- ein haiku -

 

babumbabumba

bumbabumbabumbabum

und wieder von vorn

 

Claus Caraut


Ode an das Brain

frei nach Nadine the Brain

 

Oh, die du da den Haushalt schmeißt

und vieles von Ernährung weißt:
dass Käse schmeckt und Schwarzbrot nich.
Nadine, du Brain, wir loben Dich.

Du hast auf Nahrung stets ein Aug,
Gemüse hat für Dich kein Taug.
Wenns Kind gar frech nach Essen giert,
kriegts Kindermilch-Schoklad serviert.

Den Speiseplan hast Du im Griff,
nur deutsch kochst Du, Du Schmaus-Sheriff.
Die Würste stapelst du im Schrank,
denn Gmüs und Bio machen krank.

Komm, Brain Nadine, erleucht uns doch!
Du wunderbarer Sternekoch!
Sieh doch! Wir bangen! Stets bewusst,
dass Du noch lesen lernen musst. :(

 

Claus Caraut

Trailer: DAS GEHEIMNIS DER LADY BETTY


Im Elfenbeinturm

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Claus Caraut


Moralstärkendes Lied über das Missverständnis des Luxusgedankens angesichts der Serialisierung und profitablen Vermarktung eines Kommunikationsgerätes durch einen Milliardenkonzern mit Firmensitz

 

Mein iPhone ist mein bester Freund.

Ich nehm es immer mit,

zum Beispiel in die Technodisco.

Und wenn ich heimgeh

nehm ichs wieder mit nach Haus,

denn es ist nunmal mein iPhone

 

Mein iPhone ist mein bester Freund.

Ich schieße damit Photos

und stell sie dann bei Facebook online.

Und wenn ich traurig bin,

schau ich auf Youtube Frauentausch.

Es ist und bleibt mein iPhone.

 

Mein iPhone ist mein bester Freund.

Ich kann auch nicht mehr ohne,

der Doc sagt, ich bin nicht zu retten.

Und nächstes Weihnachten,

da wünsch ich mir ein Ipad,

denn das ist fast wie ein iPhone.

 

James o'Hara

 

 


Nachtgebet

Müde bin ich, meine Fresse!

Mach, dass ich den Tag vergesse,

meine Ex-Frau und den Chef.

Mach, dass sie der Durchfall treff.

 

Hab ich Unrecht heut gesehn,

las ich's in der Zeitung stehn.

Damit das nie mehr passiert,

hab ich's Abo wegstorniert.

 

Alle meine Artverwandten

schimpfen mich nen Dilletanten.

Darum sei'n sie dir befohlen.

Soll sie doch der Krampus holen.

 

Krankem Herz gib Metoprol®

trocknem Aug Dispatenol®.

Alles Heil auf Erden bist

du, Herr Dr. Jesus Christ.

 

Claus Caraut