29.05.

Herr Tausendacht über gute Werbung

02.05.

Herr Tausendacht

füllt sich mit Leitkultur

Auf der Durchreise am Kölner Hauptbahnhof. Weit und breit gibt es kein Bier - kein Wunder, dass hier nur Muslime Frauen nachstellen. Doch endlich, am Frittenstand, reicht man Gerstensaft zur Currywurst. So fülle ich denn meinen Magen und die flaue Bahnhofsaura mit deutscher Leitkultur.

 

 

 

30.03.

Der Bürgermeister ist des Teufels

Vorabpremiere im Hotel Harakiri meines kleinen Textes, den ich morgen, anlässlich der Arnsberger Literaturtage, vor heimischem Publikum zum Besten geben werde.

 

 

DER BÜRGERMEISTER IST DES TEUFELS

Nach einem Text von Hartmut Hegeler

 

„Der Bürgermeister ist des Teufels und muss auf den Scheiterhaufen!“, verlangten hysterische Arnsberger Bürger, obwohl Henneke von Essen als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Stadt galt. Vom Stadtrat ins Richteramt berufen, verwaltete er zugleich im Auftrag des Kurfürsten die städtischen Finanzen. Darüber hinaus besaß er die Mitgliedschaft im Arnsberger Magistrat und zählte zu den vier auf Lebenszeit gewählten Bürgermeistern.

 

Nach dem Stadtbrand im Jahre 1600, leitete Henneke von Essen den Wiederaufbau, wobei es ihm gelang, die Hilfe der umliegenden Städten zu mobilisieren. Aus seinem Privatvermögen spendete er zudem Geld für den Wiederaufbau des Kirchturms, heute als Glockenturm bekannt. Doch auch um die Armen kümmerte er sich und ließ eine Kleiderkammer für sie einrichten. Die Arnsberger Bürger, ob reich ob arm, sie alle liebten und achteten ihn. Alle? Fast alle.

 

Wenige Jahre später sollte der Dreißigjährige Krieg ausbrechen. Bereits zur Halbzeit stöhnten die Arnsberger unter den ausländischen Truppen und Pestepidemien. Kriegsmüdigkeit machte sich breit, den Sinn des Schlachtens wollte sie nicht mehr so recht begreifen; sollten sie doch kommen, die Protestanten und Kirchen schänden, wenn dann nur endlich Frieden herrschte. Doch wurzelte in den Menschen ein tiefer Aberglaube, gesät und kultiviert zu einer Zeit, als das Kreuz noch die Runen fürchtete. Bald raunte man im Beichtstuhl, von der Kanzel und am Tresen von einer okkulten Hexensekte, die die Schuld an allem Übel trage. Das Raunen wuchs zum Schrei und schon bedrängten verzweifelte Bürger den Rat der Stadt, die vermeintlich Schuldigen aufzuspüren und ihnen den Prozess zu machen.

 

Henneke von Essen jedoch widersetzte sich einer Hexenverfolgung aus Sorge, Hunderte könnten, wie in Würzburg, auf dem Scheiterhaufen enden. Ein wahres Volksfest. Doch fest und fester sann das Volk auf die Vernichtung des „Hexengeschmeiß“. Bald schon wurde in der Bürgerschaft offen diskutiert, wie man dessen Verbrennung denn finanziell stemmen könne. Denn obwohl den Angehörigen die Rechnung präsentiert wurde, blieb die Stadt bei den Armen auf den Kosten sitzen. Die Lösung des Dilemmas ersann man, mit Sinn fürs Praktische, in Form einer zusätzlichen Kollekte, die nicht zu Lasten dieser Armen gehen durfte.

 

Henneke von Essen jedoch sah notwendigere Ausgaben auf die Stadt zukommen als psychogezündel. Angesichts solch einer Vernunftleistung, sorgte sich der Klerus um die Früchte der von ihm so fürsorglich geschürten Ängste und entsandte den durch einen Doktortitel über jeden Zweifel erhabenen Hexenkommissar Heinrich von Schultheiß nach Arnsberg. Und bald schon ging das Gerücht, der Bürgermeister höchst-persönlich sei im Bunde mit dem Teufel.

 

In kurzer Zeit verdichtete sich diese Nachrede zur Überzeugung und diese wiederum zum Indiz, ausreichend, Henneke von Essen den Prozess zu machen. Mit Daumenschrauben und Spanischen Stiefeln versuchten des Doktors Folterknechte, aus dem Angeklagten ein Geständnis zu mengelen. Zwar brachen die Knochen, jedoch nicht des Bürgermeisters Wille. So zog in dem ungleichen Ringen letztendlich Dr. Hexen-kommissar den Kürzeren. Unfähig, der geplanten Hatz den rechten Einstand zu verschaffen, wurde sie bis in die 40er Jahre des 20. Jahrhunderts verschoben. Ohne Henneke von Essens Widerstand - die Annalen der Stadt, sie schimmerten heute blutgetränkter. Oder eher aschgrauer.

 

Ein Happy End verlangte nun die Entlassung des betagten Bürger-meisters aus dem Kerker, seine Rehabilitierung, sowie die Verbannung des Dr. Hexenschuss auf Lebenszeit. Doch weit gefehlt. Dr. Kommissar gelang es, unter allerlei sinistren Vorwänden, Henneke von Essen in Verwahrung zu behalten. Nach einjähriger Haft, am 14. August 1631, ganze 185 Jahre, bevor Arnsberg an das protestantische Preußen fiel, verstarb er dort an den Folgen von Kälte, Hunger und Folter.

 

Nichts in der Stadt erinnert an sein Schicksal.

 

 

 

 

02.11.

HERR TAUSENDACHT KLÄRT AUF

Gestern sah ich auf Arte Roland Kirks sehr schön gemachten Dokumentarfilm „Amerika hat die Wahl“ über die beiden Kandidaten Hillary und Trump. Natürlich kam Hillary mal wieder besser weg als ihr Konterpart. Und natürlich hat der Filmemacher zu diesem Zweck von ihm selbst aufgezeigte Spuren nicht weiterverfolgt. Dabei stellt sich bei Hillary einem Biografen doch zwangsläufig die Frage, wann genau sie durch und durch korrupt wurde. Und hier hätte Kirk mit seinem Material anstelle schüchterner Andeutungen weit tiefgreifendere Schlussfolgerungen ziehen können.

 

Hillary hatte ein kaltes, forderndes Elternhaus. Wie die meisten Opfer der breiten Palette kindlichen Missbrauchs, muss wohl auch sie Grausamkeit als Liebe gedeutet haben, um überleben zu können. Doch in ihren Augen stand damals noch etwas zartes und hoffnungsvolles.

 

Wann also zerbrach Hillary Rodham? War es nach dem Studium, als sie es allen, auch ihrem damaligen Freund Bill Clinton, zeigen wollte, allein nach Washington ging - und scheiterte? Oder war es, nachdem sie reumütig, und wohl auch aus pragmatischen Gründen, Bill ehelichte? Geschah es, nachdem sie durch ihre forsche, progressive Art, ihrem Ehemann die Wiederwahl in Arkansas kostete und von da an das dezente, geschminkte Auftreten einer Politikergattin annahm? War es ihr Scheitern bei dem Versuch, als frisch gebackene First Lady das Gesundheitssystem in den USA zu reformieren und ihr dabei so unglaublich viel Zorn, Verachtung und gar Spott entgegenschlugen? War es womöglich allein der Druck der ehelichen Fassade, welche die im Grunde libertäre und pragmatische Beziehung nach außen bot? Ein Druck, der wohl spätestens dann unerträglich wurde, als die durch diesen Mummenschanz heraufbeschworenen Skandale an die Öffentlichkeit drangen?

 

Wann rastete die frühkindliche Prägung ein, durch die Hillary prädestiniert war, den zynischen, herzlosen Pragmatismus des globalistischen Establishments mit den intellektuellen Idealen der liberalen Linken zu verwechseln? Eine Verwechslung, die ihre Karriere schon oft aufrechterhielt, in entscheidenden Momenten gar schützte und beschleunigte. Als sie, damals amtierende Außenministerin, vor laufenden Kameras Gaddafis Festnahme und Ermordung mit irrem Lachen quittierte, war ihre Verwandlung schon lange geschehen. Womöglich dreißig Jahre zuvor.

 

Hillary Rodham Clinton ist eine zerbrechliche Frau, seit ihrer Kindheit dazu getrieben, alles zu erreichen. In der düsteren Abfolge ihrer Niederlagen und Anbiederungen verliert sich dabei das Ende ihrer progressiven Ideale. Wahrscheinlich war es schon besiegelt, als sie ihre Brille durch Kontaktlinsen ersetzte, zum Frisör ging und das Ebenbild einer artigen Ehefrau wurde. Was heute über die Bildschirme und Wahlveranstaltungen geistert, ist jedenfalls die monströse Persiflage eines Mädchens mit schüchternem Blick und dem Herzen voller Ideale. So tragisch ihr Weg auch ist, so sehr ich wünschte, sie wäre, was sie zu sein vorgibt, so sehr hoffe ich, dass sie diese Wahl verliert - und am Wahlabend das von Michael Moore als größtes fuck you der US-Geschichte betitelte Ergebnis über alle Bildschirme flimmern wird.

 

 

 

 

15.10.

HERR TAUSENDACHT GEDENKT

einem der schlimmsten Kriegstreiber der letzten 100 Jahre

 

13.10.

Herr Tausendacht dichtet

Herr Tausendacht am Malecón

Die Uferstraße Malecón verläuft über viele Kilometer von der Hafeneinfahrt hin zum Rio Almendares. In den heißen Septembernächten zieht es die Habaneros an ihre Mauer, an welche ein um diese Jahreszeit trügerisch ruhiger Atlantik schwappt. Selbst unter der Woche drängen sich zahllose Menschen auf der längsten Bank (oder, je nach Vorliebe, Freilufttheke) der Welt, um etwas erfrischende Meeresbrise abzubekommen; dabei immer ein Grinsen, ein Mädchen oder eine Flasche Rum. Musiker tingeln auf und ab auf der Suche nach einem bezahlten Ständchen, ältere Frauen verkaufen geröstete Erdnüsse, Popcorn oder bunte Kunstblumen, jüngere ihren Körper. Havannas Nächte sind warm und feucht.

 

 

 

20.09.

Herr Tausendacht: Sorry, Volks-genossen

Er kann Geld verdienen, auf einer Schallplatte mit dabei sein, und trotzdem taucht er nicht auf!", echauffierte sich die Produzentin aus San Diego über einen angeheuerten Musiker. Betretenes Schweigen füllte das modern eingerichtete Tonstudio in Havanna, bis es durch mein "Nichts zu machen, das ist das spanische Erbe", gebrochen wurde. Die kalifornische Produzentin blickte ungläubig, woraufhin ich das Gewicht meiner Spanischen Residenz in das Argument warf: "Ich weiß wovon ich rede, schließlich lebe ich dort." Erleichtert brachen die Kubaner die konsternierte Stille mit herben Bemerkungen über den iberischen Arbeitsethos, angefangen mit der dortigen vierstündigen Mittagspause. Ganz klar, an allem Übel waren die ehemaligen Kolonialherren schuld. Ich mochte dem nichts entgegensetzen außer der Feststellung, den spanischen "modo de vida" durchaus zu schätzten - schon beim Gedanken an ihn erfüllte mich dieser stressfreie Zustand, den man des öfteren in iberisch geprägten Ländern empfindet - und mit ihm der Verdacht, das vermeintliche kulturelle Handycap der Fahrigkeit und Unpünktlichkeit könnte sich letztendlich als ein Stress, Gewalt und Negativität vermeidender Vorteil entpuppen.

 

Die Inklusion des Unperfekten half wohl bereits den Römern, ihr riesiges, multiethnisches Reich zusammenzuhalten und wurde von ihren spanischen Nachkommen bei der Errichtung des eigenen Imperiums übernommen, wobei die Toleranzgrenze anscheinend noch etwas schwammiger ausgelegt wurde - je größer die geografische Ausdehnung, je vielfältiger die eingeschlossenen Ethnien, umso loser muß wohl das Regelwerk sein, welches alles zusammenhält. Dass es sich dabei um keine Laissez-faire-Regeln handelte, sollte klar sein, denn auch das spanische Weltreich war totalitär und rassistisch, nur eben mit ausreichend unscharf gezogenen Linien, um die Mulattin entstehen zu lassen, afrikanische Kulte zu bewahren und zum Beispiel die gegenwärtige neoindianische Regierung Boliviens - wohlgemerkt indirekt - zu ermöglichen. Die Antithese dazu waren und sind die Angelsächsischen Imperien mit ihrer "nordischen" Exigenz der Perfektion. Doch auch hier fand, seit den Ursprüngen Britanniens, ein Prozess ethnischer und kultureller Inklusion statt: Römer, Angeln, Sachsen, Wikinger und die Französischen Herrscher erzeugten schon früh eine sich vom ethnischen Kontext ablösende Kultur.

 

Dieser Vorgang fand seine Vervollkommnung im britischen Weltreich und den Vereinigten Staaten als Triumph des Pragmatischen. Allerdings waren die Grenzen eng gesteckt: Der Genozid an der indianischen Urbevölkerung und die Versklavung der Schwarzen fanden gründlicher statt als beim iberoamerikanischen Gegenbild. Das Paradigma war und ist "nordisch". Starre Konzepte der Gegenwart, wie die politische Korrektheit, sind in diesem Zusammenhang somit auch, entgegen der gängigen Meinung, als eher konservativ einzuordnen. Die USA geraten heute an die Grenzen der Aufnahmefähigkeit ihrer kulturellen Struktur, allenorts brodeln soziale, ethnische und genderzentrische Minderheitenkonflikte. Lateinamerika, vom Norden aus betrachtet chaotisch und verwirrend, könnte langfristig das bessere Erfolgsmodell sein. Denn seine Kultur ist praktisch unzerbrechlich, wogegen der Norden zunehmend Risse und Sprünge zeigt - und dies nicht allein auf dem amerikanischen Kontinent.

 

Der Brexit, sowie die Spannungen innerhalb der Europäischen Union, sind ein weiteres Beispiel. Wobei in Europa ein auf der Welt beinahe einzigartiges Phänomen die Bruchlinien verstärkt: Das deutsche. Zwar ist die deutsche Kultur der skandinavischen wie der angelsächsischen eng verwandt, entpuppt sich allerdings als noch unflexibler. Denn ihre annähernde Deckungsgleichheit von ethnischer und kultureller Ausbreitung ist beinahe einzigartig. Dies dürfte auch ein Grund für die beständigen Animositäten zwischen Angelsachsen und Deutschen sein: Die Wahrnehmung der jeweilig anderen Kultur ist der Blick in einen Spiegel, der zwangsläufig das Unvollkommene des dortigen Subjekts offenbart: Wo der Angelsachse sich vom "häßlichen Deutschen" zurückgewiesen fühlt, empfindet sich dieser vom Universalanspruch des Ersteren arrogant brüskiert.

 

Auf dem gesamten Planeten existiert diese Syncronizität von Volk und Kultur (mit Ausnahme kleinerer, für die Geschicke des Planeten weniger relevanter Länder - nun, man könnte z.B. noch Ungarn oder Iran Nennen ... ) allein in den Fällen Deutschlands und Japans: Der gesamte amerikanische Kontinent ist das Produkt europäischer Kulturexporte, ganz Afrika und der Mittlere Osten Ergebnis derer Willkür. Die großen Nationen Asiens waren immer multiethnisch, Gleiches gilt für das eurasische Rußland. Nun wird verständlich, wo die Idee der nationalsozialistischen Überhöhung des Völkischen entsprang - just zu einer Zeit, als diese Homogenität begann, ein Anachronismus zu sein - und was der Antrieb war für zwei geografisch derart weit voneinander entfernte Kulturen wie Deutschland und Japan, eine kriegerische Allianz zu bilden.

 

Fazit: Nur Unperfektion einfordernde Gesellschaften sind langfristig überlebensfähig. Wo diese flexibel reagieren können, drohen starre, auf ethnische Homogenität bedachte Kulturen zu zerbrechen. Es mag nach böser globalistischer Verschwörung klingen, aber Deutschland täte gut daran, sich weiterhin abzuschaffen. Alles andere wäre, in Anbetracht der weltweiten Realitäten, eine germanozentrische Aberration. Denn dieses Land wird nie wieder als ethnisch-kulturelle Einheit existieren. Sorry, Volksgenossen.

 

 

 

12.9.

Herr Tausendacht schlägt rund

 Jetzt ist die Clinton einfach umgekippt, so, als wolle sie die ganzen Gerüchte über ihre miserable Gesundheit auch noch unterschreiben. Eine Lungenentzündung mitten im Sommer! Damit dürfte sie für einen Großteil der Amerikaner unwählbar geworden sein; denn Fitness ist im Land der nicht mehr gänzlich unbegrenzten Möglichkeiten Pflicht, das Wahlprogramm jedoch nur Kür. Wahrscheinlich hätten die Demokraten besser Sanders auserkoren (mit Aerobic-Jane Fonda als Vizepräsidentin). Doch da wurde ja bereits von Clinton im Vorfeld unlauter geschoben, was ihre Wählerbasis zusätzlich schmälerte. Schuld daran waren, Clintonsche Logik, die Russen, die bösen Petzen, verstehen die doch einfach nicht im Politik genannten Schmierengeschäft den Mund zu halten. Was dem Trump seine Mexikaner, sind der Clinton ihre Russen - Lungenentzündung soll es jenseits des Urals ja auch häufiger geben als in Virginia. Doch nun zum künftigen Präsidenten Trump, welchen ich eigentlich nur mag, weil alle gegen ihn sind - besonders das weltweite medial-finanzielle Establishment. All die Anschuldigungen und Schmutzkampagnen gegen ihn verpesten letztendlich nur das allgemeine Klima und schaden sodann mehr dem anfälligeren der beiden Kandidaten (siehe Lungenentzündung). Der letzte Versuch der Eliten, Trump zu bremsen, ist der unabhängige Kandidat Gary Johnson, welcher nun ach so plötzlich allenorts in den Medien auftaucht. Doch der Mann fällt vor allem durch Kiffen und Nichtwissen auf und dürfte den männlichen Redneck-Protestwähler, Trumps Basis, ungefähr so begeistern wie ein schwuler Goldfisch. Trump wird also Präsident, doch die Häme bleibt einem beim Blick auf das heimische Angebot Merkel, Gabriel, Petry nur im Halse stecken. Da lobe ich mir mal wieder die Castros. Irgendwie.

21.08.

Herr Tausendacht taut auf

Die Arktik kam dieses Jahr mal wieder gehörig ins Schwitzten und drohte gelegentlich, sich gänzlich aufzulösen. Nun, in der Schlussphase des diesjährigen Tauwetters, wütet am Nordpol einer der stärksten dort je gemessenen Wirbelstürme, ein "Great Arctic Cyclone" oder kurz, ein GAC. Gebannt darf man ihm ins drohende Auge blicken. Einen Ort, an dem sich unser Planet schneller verändert als am Nordpol, gibt es gegenwärtig nicht. Ich habe den dortigen Ereignissen durch kleine Animationen Ausdruck verliehen und hoffe, sie bringen den geneigten Leser zum Nachdenken denn schon in wenigen Jahren kann die Arktis im Sommer gänzlich eisfrei sein. Und wer glaubt, man sei weit von dort entfernt und wohlbehütet, dem rate ich, sich ein kubanisches Sprichwort zu Herzen zu nehmen: El mundo es un chícharro. Die Welt ist eine Erbse.