Wenn man so die Bibel liest...

 

Die Bibel ist so ziemlich das furchtbarste Buch, das ich je gelesen habe. Jedes andere Buch hätte ich spätestens beim Propheten Jeremia beiseitegelegt. Vor der Bibel habe ich jedoch immer noch einen gewissen anerzogenen Respekt. Doch lasst euch sagen: Hitlers „Mein Kampf“ (nicht gelesen) ist vermutlich ein Pappenstiel gegen das biblische Aufgebot von Blut, Rache, Gewalt und Strafe, Frauenverachtung und Fanatismus, Schwarzmagie und Flüchen. „Das Buch kannst du umgekehrt schütteln und es fließt kübelweise Blut raus“, hat eine Freundin neulich gesagt. Ich finde, es ist voll von spirituellen Sado-Maso-Szenarios.

 

Trotz aller Highlights an Weisheit und Einsicht, die hin und wieder aufblitzen, trotz aller Sprichwörter, die seit Jahrtausenden zum Volksmund gehören und hier ihren Ursprung hatten, wer behauptet, das Alte Testament sei „Gottes Wort“, kann sich gleich als Terrorist bewerben. Der Philosoph Baruch Spinoza hat ähnliche Beobachtungen vor langer Zeit bereits öffentlich kundgetan, wurde aber für sein ehrliches Wort von der jüdischen Gemeinde exkommuniziert.

 

Ich setze mein Bibel-in-einem-Rutsch-Durchlesen Projekt wider alle Vernunft fort, da ich hoffe, dass es im Neuen Testament wenigstens ein bisschen besser wird. Wenn es nur das Buch wäre, aber ich wundere ich mich sehr, wie jemand mit einigermaßen gesundem Menschenverstand sich auf eine solche Religion einlassen kann, die diesen ganzen Mist noch schönredet. Es muss wohl eine Art Massenhypnose sein. So viel zur Manipulierbarkeit des Mob.

 

Wird die Bibel da eigentlich ernsthaft gelesen? Oder werden nur Phrasen nachgeplappert und die von Theologen dazu gelieferten Erklärungen unhinterfragt angenommen? Eine Bekannte meinte neulich, sie könne die Bibel nicht selbst lesen, sie bräuchte eine Gebrauchsanweisung dazu, Vieles sei ja so symbolisch gemeint. Die Frau ist hochintelligent. Doch offensichtlich setzt hier der Verstand aus.

 

 Da könnte ich jetzt wieder mit tiefenpsychologischen Erklärungen kommen, lass es aber. Die Bibel selbst ist ein unschuldiges historisches Dokument, das sehr spannend sein kann und stellenweise Aufschluss über die Kultur gibt, in der wir leben. Auch berichten einige der Autoren glaubwürdig von Gotteserscheinungen und spirituellen Erfahrungen, die mich sehr berühren. Da ist aber dieses brutale politische Überbein von „wir sind die Auserwählten-der Rest muss vernichtet werden“.  Hast du schon mal erlebt, dass dir selbst passiert ist, was du einem Anderen an den Hals gewünscht hast? Das kommt vor, nicht wahr. Und nun denk mal an das Volk Israel, das entweder glorifiziert oder erniedrigt und vernichtet wurde in der Geschichte, genau wie die repetitiv hämmernde fanatische Rede der Bibel. Wir wissen doch, dass unsere Gedanken unsere Wirklichkeit schaffen.
In der Psychologie gilt rigides, ausgrenzendes Schwarz-Weiß-Denken als pathologisch. In der Religion wird es offensichtlich fraglos für Recht gehalten. Und dann wundert man sich über die Folgen und erklärt: „Gottes Wege seien unergründlich“. Na sowas.

 

Ich habe in letzter Zeit des Öfteren Bibel-Zitate auf Facebook gepostet, die mich angesprochen haben, entweder wegen ihrer Poesie, dem Ausdruck des Schmerzes, des Trostes usw., nur um zu schauen, ob sich irgendwer darüber Gedanken macht oder wenigstens Empörung äußert. Gar nichts. Peinliches Schweigen. Manche waren befremdet und wollten mir das Zitieren ausreden. Ich werde weiterhin posten, denn ich möchte meine Lese-Erfahrung teilen, egal welches Buch ich lese. Ich freu mich schon auf das nächste Buch, es soll eines sein, dass meinem Herzen näherliegt.  

 

Wenigstens werde ich dann wissen, worüber ich rede, wenn ich über die Bibel rede, denn ich habe sie einmal ganz durchgelesen. (c) Text und Bild: Brigitte Hallbauer

 

Kapelle (heilig)

Hosianna in der Höhe

©www.photx.de_Ernst Stratmann
©www.photx.de_Ernst Stratmann

Über Franz von Asissi

Kapuziner-Pater Viktrizius Veith erzählt uns gar Wissenswertes über

den heiligen Franz

Erich Purk Münster

Predigt zum Weltuntergang am 21. Dezember

Wahrlich, ich sage Euch:

Zum Armageddon kommt es an den Grenzbereichen der Zunge. Da tönen so schön die Aromen im Ohr. Da tat sich die Erde auf und ein öliger Brunnen verschlang den Sänger. Reißt Euch zusammen. Verreckt in Würde. Altert langsam und schnell. Der Tod schmeckt gut, da kriegt man Lust auf mehr.

 

Rein wollt ihr wohl sein. Frei vom Dreck des Exkrements. Applaus, Orgasmen, Kreuzfahrten. Der Zustand des ewigen Friedens wird gern über einen Mord erreicht. Oder auch zwei. Seht, wie euer Trainingsprogramm über die Bildschirme läuft!! Die Blumen sind allesamt aus Papier. Genießt den Erfolg und bleibt fit. Hin und wieder ein Mord. Da kriegt man Lust auf mehr.

 

Die Sonne scheint und immer scheint sie bloß. Was hat sie gebrannt in den Kaufhäusern Eurer Körper. Jetzt seid ihr tot. Den Vätern wird der Prozess gemacht. Es fängt an mit einem Gott, der in die Toilette gemacht hat. Das ist auch so eine öffentliche Korruptur.

 

Und laut lachen die Träume. Mit einem Meißel hauen sie Euch die Blutplatten des Zweifels vom Skalp. Gibt es noch eine Märchenstunde, bei der ihr schlafen könnt? Lasst Euch nicht reinziehen ins falsche Idyll. Wascht euch die Hände.

 

Auch Kasper und die Herrenflotte nehmen den Koffer. Hört auf, den Richter so neckisch anzustumpen unter Wasser. Dies ist ein anständiger Schwimmkurs. Die Unterhosen mit den Scheißmustern waschen wir danach.

 

Kindersahne! Wascht Eure schmutzige Einsamkeit aus. Scheißt auf die Hochglanzträume. Opfert hin und wieder ein Kind. Lasst eine Jungfrau schänden. Die Zeiten des Wohlstands werden andauern, einen Monat oder zwei.

 

Es ist so ein aufrechtes Ankommen im Armageddon der Wirklichkeit. Es ist wie der Schleudervorgang einer Waschmaschine. Erst schwingt sie sich langsam ein. Dann sind die Umdrehungen unzählbar. Bis Herzschlag und Blutfluss stillstehen. Beim letzten Kurzschluss ist es vollbracht.

 

Prof. Dr. Eugenia Füddele

 

Salatblatt im Weltraum

Liebe Hotel Harakiri-Leserinnen und Leser: Das Salatblatt, das da im Weltraum schwebt, ist in Wahrheit ein Stück von Eurem Gehirn. Und jetzt kommt die glühende Lava. Und wie sie die Raumkapsel aufschmilzt. Und wie die Besatzung endet. Und wie du dann als Überlebende/r auf dem Vampirberg notlandest, wo vor jedem Gipfelkreuz ein Toter liegt. Damit ist deine Zeit als Feuerwerkskörper dann auch vorbei. Alles was bleibt ist Krebs und eine schwarze Rose. Jeder Stein ist ein erstarrter Toter. Und liegt wie ein Stein im Magen und sitzt als Kloß im Hals. Und all die Klos, auf denen ihr Euch ausgekotzt habt. Mein Gott, all die Jahre. Und jetzt ist dieses Grab ist ein Einzelzimmer. Und die Vampire haben es erbrochen und ausgeräumt. Und du selbst bist jetzt ganz aus Eisen... wie der Meteorit aus Armageddon...

Ich aber sage Euch: Esst mehr Salat!!!

 

Prof. Dr. Eugenia Füddele

 

Frau Prof. Füddele berichtet über eine schöne Kapelle (kleiner Reisebericht)

Burgkirche Schöllang

Ein Raum, in dem ein Stück Gott eingeschlossen ist(mit den üblichen Requisiten: Gräber, Märtyrer, Altäre, Gold, Weihrauch und Kerzen). Die Kälte von Jahrhunderten strahlt aus den Mauern, während draußen die Sonne ein selten böses Artilleriefeuer liefert. Und das im April! Und übrigens geht es keinen was an, auf welcher Bank ich schlafe, was ich träume und welche Geschichten ich weine. Zerbeultes Gefäß der Verwandlung. Irgendwo hat einer an die Mauer gepisst. Gern wird auch der Gefallenen im Weltkrieg gedacht. Ihr Namen, in Stein gekerbt, sie klingen nicht mehr. Die Gräber sind gut gepflegt, Stiefmütterchen und Küchenschelle wachsen darauf. Gebeugte Mütterchen pflegen sie liebevoll. Ein Grabstein ist ein wenig eingesunken. Er ist für eine Maria Anna. Die Gießkanne klappert, der Löwenzahn steht fett. Das Kirchlein strahlt weiß in der Sonne. 


Drinnen ist allerhand Musik tonlos geworden, still und fest gehalten im Bild. Hoch von den Altären blicken zahlreiche Englein herab. Mit ihren Lapislazuli-Flügeln stehen sie auf Säulen aus Obsidian und sind im Winken und Deuten erstarrt. Ihre Botschaften sind süß und voll Gnade für ein buckliges Volk, das den Berg hinauf zu pilgern nicht scheut. Denn der Berg, schneebedeckt und immobil, zum Bleiglasfenster herein schauend, war auch dem Landwirt, dem Gastwirt, dem Pastor und dem Vogt schon Sinnbild des Aufstiegs zum Glück. Glück wurde damals noch nicht in der Luft gesucht, wo heute die Schirme über den Gipfeln kreisen, höher noch als die Vögel und diesen weit überlegen.